Priscilla – Kritik

TitelPriscilla
Genre Biopic, Drama
Jahr2023
FSK12
RegieSofia Coppola

Kinostart: 26.12.2023

Priscilla – die Frau hinter der Musiklegende Elvis Presley

Mit seiner beeindruckenden Musikkarriere führt Elvis Presley auch heute noch zahlreiche Rekordlisten an. Der in Memphis geborene Sänger eroberte mehrmals die Spitze der Charts, spielte in 31 Spielfilmen mit und begeistert nach wie vor Musikfans mit seinen unvergesslichen Klassikern. Doch hinter dieser glänzenden Fassade verbirgt sich auch eine dunkle Seite. Ein integraler Bestandteil dieser Geschichte ist seine Ex-Frau Priscilla Presley, die er kennenlernte, als sie gerade erst vierzehn Jahre alt war und deren Beziehung von Manipulation und Kontrollsucht geprägt war. Die Erfahrungen aus dieser Zeit mit dem Musiker hat sie in ihrem Buch „Elvis and Me“ verarbeitet, die nun in der A24-Produktion von Sofia Coppola verfilmt wurde. Hierzulande startet „Priscilla“ in Kooperation mit MUBI in den Kinos.

Priscilla ©Philippe Le Sourd / Courtesy of MUBI

Und darum geht es…

Die junge Schülerin Priscilla (Cailee Spaeny) zieht, aufgrund der Armee-Stationierung ihres Vaters, von Texas nach Deutschland. Dort führt sie anfänglich ein wenig aufregendes Leben. Doch dieses ruhige Dasein erfährt eine schlagartige Veränderung, als sie eine Einladung zur Party der Musikikone Elvis Presley (Jacob Elordi) erhält. In kürzester Zeit entwickelt sich zwischen den beiden eine tiefe Zuneigung. Allerdings sieht sich das Paar mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, die ihre ohnehin schon problematische Beziehung weiter belasten. Priscilla muss erkennen, dass ihre Liebe zu dem Musiker auch Schattenseiten birgt.

Priscilla ©Philippe Le Sourd / Courtesy of MUBI

Die Schattenseiten einer Hollywood-Beziehung

Erst im vergangenen Jahr begeisterte das Musikepos „Elvis“ ein Millionenpublikum und erhielt insgesamt acht Oscar®-Nominierungen. Die Darstellung der Beziehung zu seiner Ex-Frau Priscilla Presley, damals verkörpert von Olivia DeJonge, nahm zwar nur eine Nebenrolle im Film ein, hinterließ jedoch aufgrund ihrer beeindruckenden Ausstrahlung einen bleibenden Eindruck. In „Priscilla“ legt Regisseurin Sofia Coppola den Fokus nun ganz und gar auf das Leben der jungen Frau, die dem Charme der Musiklegende erlag und im Trubel Hollywoods rasch erwachsen werden musste. Dabei schreckt der Film nicht davor zurück, den von Millionen geliebten Künstler in ein schlechtes Licht zu rücken und die düstere Seite einer toxischen Beziehung aufzuzeigen.

Priscilla ©Philippe Le Sourd / Courtesy of MUBI

Sofia Coppolas Werk romantisiert zu keiner Sekunde die Beziehung zwischen Priscilla und Elvis. Stattdessen zeichnet es das Bild eines unsicheren, narzisstischen Superstars, der ein junges, beeinflussbares Mädchen in seine turbulente Welt hineinzieht und dabei manipuliert, kontrolliert und versucht, es nach seinen Vorstellungen zu formen. Zu Beginn mag die aufblühende Beziehung der beiden, abgesehen von dem klaren Ungleichgewicht in Bezug auf Status und Alter, zwar fast harmlos und träumerisch wirken. Dies liegt jedoch allein daran, dass der Fokus auf Priscillas Perspektive liegt. Und welches 14-jährige Mädchen, geblendet von einem scheinbar perfekten Leben in Hollywood, träumt nicht davon, eine Beziehung mit ihrem Promi-Schwarm zu führen? Ein Umstand, den Elvis leider allzu offensichtlich ausnutzte. Sofia Coppola veranschaulicht auf authentische und einfühlsame Weise die Entwicklung von Priscilla, von einem jungen Mädchen zu einer selbstbestimmten Frau. Somit fungiert der Film zugleich als Biopic und berührende Coming-of-Age-Geschichte.

Priscilla ©Philippe Le Sourd / Courtesy of MUBI

Gefangen im goldenen Käfig

Im direkten Vergleich zu „Elvis“ präsentiert sich „Priscilla“ als ruhiger und weniger abwechslungsreich. Besonders in der zweiten Hälfte des Films lässt die Dynamik etwas nach, was sich allerdings als charakteristisch für Priscillas Leben und ihre Gefangenschaft im goldenen Käfig zeigt. Die zierliche Cailee Spaeny verkörpert mit Perfektion die Unschuld und Stärke von Priscilla Presley und etabliert sich in dieser Rolle als eine der vielversprechendsten jungen Schauspielerinnen. Jacob Elordi liefert eine solide Leistung ab, obwohl er nicht ganz mit Austin Butler mithalten kann. Dies ist jedoch auch darauf zurückzuführen, dass Elvis hier nicht im Fokus steht. Dennoch zeigt Jacob sein Talent eindrucksvoll, insbesondere in Szenen, in denen die dunkle Seite des Musikers zum Ausdruck kommt. Dass der Schauspieler dazu in der Lage ist, hat er bereits in „Euphoria“ überzeugend bewiesen. Das Kostüm- und Setdesign ist nichts weniger als beeindruckend und unterstreicht Sofia Coppolas Auge für Details und Ästhetik.

Priscilla ©Philippe Le Sourd / Courtesy of MUBI

Fazit

Ein ruhiges und einfühlsames Biopic, das einen authentischen Einblick in eine ungesunde Hollywood-Beziehung bietet, geprägt von Manipulation und Kontrolle, und die Entwicklung eines jungen, träumerischen Mädchens hin zu einer selbstbestimmten Frau zeigt.

Bewertung: 3.5 von 5.

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