| Titel | Enter the Clones of Bruce |
| Genre | Dokumentation |
| Jahr | 2023 |
| FSK | nicht geprüft |
| Regie | David Gregory |
„Psychosis“ ist im Rahmen des WEIRD WEEKENDER International Genre Film Festivals zu sehen.
Der Drang, Bruce Lee zu sein!
Der in San Francisco geborene Bruce Lee löste eine enorme Popularität für Martial-Arts-Filme aus und der posthum veröffentlichte „Enter the Dragon“ erweckte den internationalen Durst nach Bruce-Lee-Filmen, der nach seinem vorzeitigem Ableben 1973 scheinbar nur von Nachahmern unter ähnlichen Namen gestillt werden konnte. Der Dokumentarfilm „Enter the Clones of Bruce“ von David Gregory befasst sich mit ebendiesen Klonen und der Entwicklung des Bruceploitation-Subgenres bis hin zur Parodie seiner selbst.
Und darum geht es…
Nach dem Tod von Bruce Lee wollen die Zuschauer nicht beliebige Kung-Fu-Filme sehen, sondern Bruce Lees einzigartigen Stil und sein Charisma. Ab da kommen Sportler und Schauspieler aus Burma, Japan, und Südkorea ins Spiel, die sich zu Bruce Li, Dragon Lee, Bruce Lei, Bruce Le, oder Bruce Lo umtaufen lassen. In Interviews wird die Zeit des Bruceploitation-Kults aufgearbeitet, in Präsentation von in Vergessenheit verweilten Fake-Bruce-Classics.

Ein beschämendes Vermächtnis, gelassen reflektiert
Die Schauspieler erinnern sich ans niedrigbudgetierte Zeitalter, in dem nicht viel Wert auf Arbeitsrecht oder Sicherheitsmaßnahmen gelegt wurde, bis hin zur Erschöpfung durch Überstunden und Schlafmangel, sowie zahlreichen Verletzungen. Wie ihre Körperteile, wurden zum Leidwesen von Bruce Lees Familie auch sämtliche Urheberrechte gebrochen, was die Produktion von vermächtnisverunglimpfenden Werken ermöglichte. Im chinesischen Kulturraum ist Klamauk bei Heldenwürdigung nicht unüblich (Bsp. „Drunken Master“) und sowohl Fans, als auch Nicht-Fans werden sich nur schwer dem Charme der zusammengestellten Relikte wie „The Dragon Lives Again“, in dem Bruce Lee, Cosplays von Popeye, Dracula, James Bond, und weiteren popkulturellen Ikonen in der Hölle bekämpft, oder „The Clones of Bruce Lee“, der Bruceploitation-Variante von „Spider-Man: No Way Home“ entziehen.

Die Qualität dieser Produktionen trägt zum Schmuddel-Appeal von „Enter the Clones of Bruce“ bei. Es ist eine Freude, die zahlreichen Hongkong-Veteranen, besonders die Klone, in heutiger Form zu sehen und über ihr Leben danach zu erfahren. Auch wenn deren bescheidener Ruhm längst passé ist, sind sie noch etwas beschämt über ihre Karrieren im Schatten einer Instant-Legende. Ihre Reflektionen sind dennoch warmherzig und gelassen, obwohl diese turbulente Glanzzeit ihnen Gesundheitsprobleme und wenig finanzielle Vorteile bescherte. „Enter the Clones of Bruce“ mag ohne Strukturgespür oder kulturkritischen Blick daherkommen und dem ein oder anderen Werk hätte mehr Aufmerksamkeit zuteilwerden können, nichtsdestotrotz macht diese Bruceploitation-Revue großen Spaß, die Neu- und Wiederentdeckungen spendiert, und vor allem diejenigen ansprechen dürfte, die Serge Ous Shaw-Brothers-Story „Iron Fists and Kung Fu Kicks“ oder David Gregorys frühere Kultfilmbeiträge zu genießen wussten.

Fazit
Spaßige Doku über das seltsame Vermächtnis einer Instant-Legende!
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