Diabolik – Kritik

TitelDiabolik
Genre Krimi
Jahr2021
FSK12
RegieAntonio Manetti, Marco Manetti

Heimkinostart: 26.10.2023

Die italienische Comicverfilmung gibt’s jetzt auch in Deutschland

Plötzlich geht es Schlag auf Schlag. Nach dem die Neuinterpretation von Mario Bavas 1968er-Comicverfilmung „Gefahr: Diabolik“ in seinem Produktionsland Italien bereits vor knapp zwei Jahren das Licht der Kinowelt erblickte, gibt es den schlicht nach der Vorlage benannten „Diabolik“ Ende Oktober auch in Deutschland zu sehen. Doch es geht noch weiter: Während in Italien zeitgleich bereits der dritte Teil der Trilogie seine Kinopremiere feiert, erscheint nur einen Monat später, am 23. November 2023, Teil zwei namens „Diabolik wird gejagt“ ebenfalls auf dem deutschen Heimkinomarkt. Alles ein wenig verwirrend, aber auch gar nicht schlimm – jetzt gibt es erst einmal die Review zum Auftaktfilm der dreiteiligen Reihe!

Diabolik ©Plaion Pictures

Und darum geht es…

Diabolik (Luca Marinelli) ist ein Phantom. Niemand weiß wer sich in Wirklichkeit hinter der schwarzen Maskerade des berüchtigten Schurken mit dem unvergleichbaren Talent für waghalsige Raubzüge befindet – nicht einmal Inspektor Ginko (Valerio Mastandrea), der dem Unbekannten stets dicht auf den Fersen ist. Eines hingegen ist sicher: Wenn sich ein nahezu unbezahlbarer Diamant, wie der der reichen Südafrikanerin Lady Kant (Miriam Leone) in seiner Nähe befindet, ist höchste Vorsicht geboten. Und so kommt es, wie es kommen musste, und der Dieb und die Schönheit treffen aufeinander – doch die Begegnung fällt anders aus als erwartet!

Diabolik ©Plaion Pictures

Ein unfreiwillig (?) komisches Unterfangen

Auch wenn „Diabolik“ auf einer populären italienischen Comic-Reihe basiert, wäre es der falsche Ansatz, einen Vergleich mit den vom Großteil der Filmfans mit dem Begriff Comicverfilmung assoziierten Werken zu ziehen. Mächtige Götter, ultrastarke Supersoldaten und außerirdisches Überwesen sucht man in „Diabolik“ vergebens. Wie auch schon die Vorlage erweist sich die Leinwandadaption als eine an ein erwachsenes Publikum gerichtete Kriminalgeschichte in 60er-Jahre Spionagefilm-Ästhetik – erzählt aus der Täterperspektive. Der Titelheld ist eigentlich kein Held, sondern der Böse – auch wenn das unter der Regie der Manetti-Brüder nur Behauptung bleibt.

Diabolik ©Plaion Pictures

Welche Abgründe sich unter der unterkühlten Oberfläche des titelgebenden Protagonisten auftun, erfährt das Publikum ausschließlich über die langatmigen Dialog-Szenen. Mangels Charisma und / oder einer Aura der Bedrohlichkeit hat die Figur des Diabolik weder das Zeug zum sympathischen Antiheld noch zum kaltblütigen Superschurken. Dafür ist er mit allerhand aberwitzigen Features und Geheimvorrichtungen ausgestattet, die die sowieso schon allgegenwärtige unfreiwillige Komik noch einmal untermauern. Die deplatzierten Albernheiten, ob gewollt oder nicht sei einmal dahingestellt, gehen oft mit Logiklöchern, erzählerischen Ungereimtheiten und banalen Wendungen einher, sodass sich “Diabolik” letztlich mehr wie eine Parodie anfühlt, als ein ernstzunehmender Neo–Noir-Film.

Diabolik ©Plaion Pictures

Fazit

Eine zweieinviertelstündige Monotonie aus langatmigen Dialogen und unfreiwilliger Komik!

Bewertung: 2 von 5.

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