Delta Space Mission – Kritik

TitelDelta Space Force
Genre Animation, Sci-Fi
Jahr1984
FSKunbekannt
RegieCălin Cazan, Mircea Toia

„Delta Space Mission“ ist im Rahmen des WEIRD WEEKENDER International Genre Film Festivals zu sehen.

Was wenn sich künstliche Intelligenz wie ein Teenie verliebt?

Es gibt sie, die Wunderwerke des Ostblocks. Dazu zählt der von Călin Cazan und Mircea Toia in Rumänien kreierte Sci-Fi-Animationsfilm „Delta Space Mission“. Vier Jahre danach legten Cazan und Toia das genauso abgefahrene „The Son of the Stars“ nach, welches ihre letzte gemeinsame Arbeit werden sollte, was noch bedauerlicher ist, als die fast vierzig Jahre zu späte Entdeckung von „Delta Space Mission“.

Und darum geht es…

Auf der Suche nach intergalaktischen Kontakten, steigt die grünhäutige Journalistin Alma (=Seele) an Bord des Raumschiffs Delta und lobt die Schönheit des juwelenförmigen Supercomputers, der sich daraufhin einbildet, dass Alma was von ihm will, und durch seine besessene Liebe zu ihr, die gemischtrassige Crew in Gefahr bringt.

Delta Space Mission ©Deaf Crocodile

Ein psychonautisches Abenteuer mit berauschender Wirkung

„Delta Space Mission“ bietet durch Vermischung diverser Inspirationsquellen ein farbenfrohes Weltraumabenteuer, das vor Disney– oder Animeproduktionen absolut nicht das Weite suchen braucht. Der K.I.-zieht-ihr-eigenes-Ding-durch-Plot und die trippy Machart von „Delta Space Mission“ erinnern an Stanley Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“, im Zeichenstil erkennt man René Laloux, Moebius, Cartoon- und Animeserien der 80er, und in den Designs zeigen sich Einflüsse diverser Space Operas, wie Star Trek und Star Wars.

Wenn man sich auf das bizarre Abenteuer einlässt, bietet „Delta Space Mission“ ein sinnliches Fest, das die Story vergessen lässt. Es gibt Raumschifffahrten, die Videospielen nahekommen und im Ganzen wirkt die Wundertüte des Kommunismus wie ein einziger LSD-Trip. Wer weiß, wann „Delta Space Mission“ wiederentdeckt worden wäre, wenn künstliche Intelligenz keine große Relevanz haben würde wie heute, doch das Nostalgiegefühl verstärkt das Erlebnis umso mehr.

Gewisse Szenen haben die poetische Langsamkeit von Stanley Kubrick und Andrei Tarkovsky, allerdings bekommt man durch den psychedelischen Bilderrausch und den betörenden Klangteppich Abwechslung geboten, und bei einer Spieldauer von siebzig Minuten ist „Delta Space Mission“ ein eher kurzweiliges-  als überforderndes Werk, welches keine expliziten Sex- oder Gewaltszenen enthält und sorglos mit der ganzen Familie ohne berauschende Hilfsmittel genossen werden kann.

Delta Space Mission ©Deaf Crocodile

Fazit

Kurzweilig-psychedelischer Spacetrip für Kinder und Erwachsene!

Bewertung: 4 von 5.

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