Friedhof der Kuscheltiere: Bloodlines – Kritik

TitelFriedhof der Kuscheltiere: Bloodlines
Genre Horror
Jahr2023
FSK16
RegieLindsey Beer

Starttermin: 07.10.2023 / Paramount+

Manchmal ist der Tod besser

Stephen King gilt als der Meister des Horrors. Über Generationen hinweg versetzen seine Bücher die Fans in Angst und Schrecken, und dasselbe gilt für die dazugehörigen Filmadaptionen. Mit „Friedhof der Kuscheltiere“ konnte der Autor gleich zweimal punkten. Das Original von 1989 wird als Klassiker angesehen, und auch das Remake von 2019 erzielte an den Kinokassen großen Erfolg, mit Einnahmen von über 110 Millionen. Dies war Grund genug für Paramount, ein Prequel zu produzieren, das passend zur Halloweenzeit auf dem hauseigenen Streamingdienst erscheint. Die Frage bleibt: Kann die Vorgeschichte des gruseligsten Friedhofs der Filmgeschichte überzeugen?

Friedhof der Kuscheltiere: Bloodlines ©Paramount

Und darum geht es…

Der junge Jud Crandall (Jackson White) hegt den Wunsch, seine Heimatstadt Ludlow gemeinsam mit seiner Freundin Norma (Natalie Alyn Lind) zu verlassen. Bevor sie aufbrechen, möchte er seinen Kindheitsfreund Timmy (Jack Mulhern) besuchen, der vor Kurzem aus dem Krieg zurückgekehrt ist, wie sein Vater Bill (David Duchovny) berichtet. Als Jud bei Timmy ankommt, fällt ihm auf, dass Timmy sich eigenartig aggressiv verhält. Doch bevor er das näher untersuchen kann, landet Norma im Krankenhaus. Dies zwingt Jud, vorerst in der Stadt zu bleiben, und er beginnt nach und nach, das düstere Geheimnis zu entdecken, das sein Vater Dan (Henry Thomas) und andere Einwohner seit Jahrzehnten hüten.

Friedhof der Kuscheltiere: Bloodlines ©Paramount

Eine Kleinstadt und ihr tödliches Geheimnis

Prequels sind im Horrorgenre häufig ein Versuch, zusätzlichen finanziellen Nutzen aus einer Geschichte zu ziehen, aus der ansonsten nicht viel mehr zu gewinnen wäre. Im besten Fall werden Charaktere aus dem Original vertieft beleuchtet, und die Geschichte fügt sich zu einem überzeugenden Gesamtbild zusammen, wie es bei „Pearl“ und „Annabelle: Creation“ der Fall ist. Im schlimmsten Fall verlieren beliebte Horrorfiguren ihre ursprüngliche Faszination und jeglicher Grusel geht verloren, siehe „The Nun“ oder „Wrong Turn 6“. Im Kontext von „Friedhof der Kuscheltiere“ dürften die Erwartungen von sämtlichen Seiten glücklicherweise eher gedämpft sein. Obschon das Original als ein Horrorklassiker betrachtet wird, verdankt dies wohl hauptsächlich der geschätzten Buchvorlage von Stephen King. Es gelang dem Film nie vollständig, sich aus dem Schatten anderer Verfilmungen wie „Carrie“, „ES“ oder „The Shining“ zu lösen. Daher gilt das Remake von 2019 wohl auch als ziemlich solide. Zwar standen Horrorfans den Veränderungen in der Storyline damals kritisch gegenüber, doch ansonsten steht das Remake dem Original in kaum etwas nach.

Friedhof der Kuscheltiere: Bloodlines ©Paramount

Im Fall des Prequels sieht die Situation schon anders aus. Es widmet sich der jüngeren Version von Jud Crandall und seiner Verwicklung in die Ereignisse der Kleinstadt. Allerdings trägt dies nicht wesentlich zur Vertiefung seines Charakters bei. Jud bleibt vergleichsweise konturlos, und da es sich um eine Vorgeschichte handelt, fällt es schwer, mit Spannung mitzufiebern, da man weiß, dass der Charakter nie wirklich in Gefahr ist. Die Handlung entwickelt sich recht rasch, was sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringt. Die Familiendynamik spielt eine entscheidende Rolle in diesem Franchise. Insbesondere im Originalfilm hatte dies einen starken emotionalen Einfluss auf die Zuschauer, von dem hier kaum etwas zu spüren ist. Die Charaktere werden nicht ausreichend beleuchtet, um wirklich eine tiefe Verbindung herzustellen und Schauspielveteranen wie David Duchovny und Pam Grier werden viel zu wenig genutzt.

Friedhof der Kuscheltiere: Bloodlines ©Paramount

Die Mythologie, die den Friedhof umgibt, wird zwar vertieft, jedoch nicht ausreichend, um die Notwendigkeit für ein Prequel zu rechtfertigen. Ein Einblick in das Jahr 1674 ist zweifellos interessant, weckt jedoch mehr den Wunsch nach einem separaten Film, der vollständig in dieser Zeit spielt. Immerhin sind die Horrorelemente solide umgesetzt, und das ist für viele Zuschauer von entscheidender Bedeutung. Die Horroraspekte sind geschickt in Szene gesetzt, Blut fließt reichlich, und schreckhafte Gemüter werden definitiv auf ihre Kosten kommen.

Friedhof der Kuscheltiere: Bloodlines ©Paramount Pictures

Fazit

„Pet Sematary: Bloodlines“ ist ein Prequel, das nicht zwingend notwendig war und dem Original nur wenig hinzufügt. Dennoch bietet der Film ausreichend seichte Horrorunterhaltung, besonders passend für einen Abend im Oktober.

Bewertung: 3 von 5.

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