| Titel | On the Edge 2: Pfad der Wölfe |
| Genre | Action |
| Jahr | 2022 |
| FSK | 12 |
| Regie | Julien Seri |
Heimkinostart: 26.10.2023
Macht genau da weiter, wo der erste Teil aufgehört hat…
Ex-Special Force Offizier Paul Vilar, seines Zeichens Überlebenskünstler, Naturbursche, Bergsteiger und professionelles Arschtritt-Kommando für schwerbewaffnete, böse Buben, meldet sich zurück! Frankreichs Karsten Stahl mit Sylvester Stallone-Komplex darf sich nach dem völlig misslungenen TV-Actioner “On the Edge: Showdown in den Bergen” ein weiteres Mal in Schmalspur Hollywood-Manier durch die französische Pampa prügeln. Wieso das so ist und wer danach verlangt hat, bleibt unklar – es ist jedenfalls so. Aber da Fehler bekanntermaßen dafür da sind, um aus ihnen zu lernen, kann es in „On the Edge 2: Pfad der Wölfe“ eigentlich nur besser werden. Oder etwa doch nicht?

Und darum geht es…
Eigentlich wollte Paul Vilar (Philippe Bas) nur ein paar entspannte Tage mit seiner Tochter Sara (Maïra Schmitt) verbringen, doch da ruft auch schon wieder die Arbeit. Mit seinen Kenntnissen als ehemaliger Elitesoldat ist er der perfekte Mann für die Führung eines Survivaltrainings durch die französischen Alpen, weshalb er und Sara ihre Pläne kurzerhand über Bord werfen und sich gemeinsam mit einer Gruppe von Teenager in Wildnis begeben. Doch die Wanderung findet ein jähes Ende, als eine Gruppe Söldner*innen das Lager überall und Vilar ein schier unmögliches Ultimatum stellt.

TV-Action mit Fremdscham-Potenzial!
Man bekommt Paul Vilar zwar aus der Wildnis, aber die Wildnis niemals aus Paul Vilar! Und wenn er dann doch einmal in die Zivilisation einkehrt, lässt sich schnell ein Grund finden, den kernigen Haudegen schnellstmöglich zurück in die Natur zu verfrachten – und sei es nur für ein ausgiebiges Workout mit Baumstämmen, Felsbrocken und sonstigen Fitnessgerätschaften, die ihm Mutter Natur zu Füßen legt. Zurück im Betondschungel drehen sich die Frauen natürlich reihenweise nach ihm um, und selbst die Kamera hält für einen Moment inne und wechselt ehrfürchtig in den Zeitraffer, um die Männlichkeit auf zwei Beinen in seiner vollen Pracht auszukosten, wenn Vilar per Drehkick böse Jungs durch die Prärie prügelt. Dieser völlig überzogene Macho-Quatsch mag mit einer Action-Legende wie Arnold Schwarzenegger oder Sylvester Stallone im Rahmen einer aufwendigen Hollywood-Produktion vielleicht noch funktionieren, im Falle von „On the Edge 2: Pfad der Wölfe“ fehlt es dafür jedoch sowohl an einer echten Heldenfigur als auch am nötigen Kleingeld!

„On the Edge 2: Pfad der Wölfe“ ist quasi das französische Pendant zu einer unter deutschen Cineasten weitläufig gemiedenen RTL-Eigenproduktion der Marke „Der Clown“ oder „Alarm für Cobra 11“. Während der Vorgängerfilm „On the Edge: Showdown in den Bergen“ sich ohne Vorkenntnisse als regelrechte Enttäuschung entpuppte – man wusste schließlich nicht, dass es sich um eine TV-Produktion handelte – bleibt diese negative Überraschung bei der Fortsetzung aus. Dementsprechend fühlt sich diese auch weitaus weniger ärgerlich an und versprüht dank der trashigen Züge sogar einen unfreiwillig komischen Unterhaltswert. Das macht „On the Edge 2: Pfad der Wölfe“ deutlich kurzweiliger als noch den Vorgänger, obwohl dieser mit seinen unterkühlten Look und einigen brauchbaren Naturaufnahmen eigentlich der weitaus schönere Film ist, als der in die Augen reizende Sepiafarben getauchte Nachzügler. Wer jedoch sehen möchte, wie ein älterer Herr ungelenk durchs Unterholz rennt und rennt und rennt und rennt – (es wird wirklich viel gerannt!) kann gerne mal einschalten. Aber Hand aufs Herz: Wer will das schon?

Fazit
Wer Teil 1 kennt, weiß was einen erwartet…
Wie hat Dir „On the Edge 2: Pfad der Wölfe“ gefallen?

