Hunt Her, Kill Her – Kritik

TitelHunt Her, Kill Her
Genre Horror
Jahr2023
FSK18
RegieGreg Swinson, Ryan Thiessen

Heimkinostart: 22.09.2023

Ein eintöniges Katz-und-Maus-Spiel

Wenn sich ein maskierter Killer auf die Jagd nach blutjungen, im wahrsten Sinne des Wortes zum Sterben schönen Teens macht, sind die Regeln dafür eigentlich ziemlich einfach. Ob sich das blutige Treiben dabei nun eher in Richtung Slasher, oder doch in die eines Home-Invasion-Thrillers bewegt, ist dabei zweitrangig. So oder so wird auf Opferseiten vornehmlich gerannt, geschrien, versteckt und sich letztlich natürlich zur Wehr gesetzt, während der mordlüsterne Unbekannte meist wortkarg durch die Gänge schleicht und seine auserkorenen Opfer nach und nach aus dem Leben schnetzelt. „Hunt Her, Kill Her“ ist da anders – und dreht das bekannte Szenario einmal auf links. Das Ergebnis jedoch ist dasselbe.

Hunt Her, Kill Her ©Lighthouse Film

Und darum geht es…

Ausgerechnet an ihrem ersten Arbeitstag bei ihrer neuen Arbeitsstelle als Hausmeisterin in einer Fabrik, ist Karens (Natalie Terrazzino) Kind krank. Glücklicherweise kann ihre Nachbarin einspringen, sodass sie ihre Nachtschicht doch noch antreten kann. Doch die Erleichterung schwenkt schnell in reinste Panik um, als sich eine Gruppe maskierter Männer Zutritt in das Gebäude verschafft und eine blutige Treibjagd auf sie eröffnet.

Hunt Her, Kill Her ©Lighthouse Film

Alle gegen Eine – alles beim Alten!

Kommen wir zunächst noch einmal auf die eingangs erwähnten Regeln zu sprechen: Ja, “Hunt Her, Kill Her” hat sich gewissermaßen auf die Fahne geschrieben, diese einfach mal außer Kraft zu setzen und ein paar tatsächlich festgefahrene Konventionen zu überdenken. Statt eines einzelnen Maskenmanns, gibt es gleich mehrere böse Jungs, die auch abseits der Corona-Pandemie der Maskenpflicht treu geblieben sind. Diese haben es wiederum nicht etwa mit einer ganzen Horde, sondern einem einzelnen Opfer zu tun: der alleinerziehenden Karen, einer ganz normalen Frau und kein, wie im Genre übliches 90-60-90-Laufstegmodel. Dass sie Karen darüber hinaus auch noch als überraschend wehrhaft erweist, sorgt für eine gewisse Täter-Opfer-Umkehr, sodass nicht etwa die Opfer, sondern die Täter nacheinander ins Gras beißen müssen – der Bodycount ist also gesichert. Aber…!

Hunt Her, Kill Her ©Lighthouse Film

So erfrischend und anders die Neuerungen auf dem Papier auch klingen mögen, ändern sie nichts an der Tatsache, dass “Hunt Her, Kill Her” inszenatorisch und erzählerisch keinen Meter von den Pfaden generischer B-Movie-Slasher abweicht. Somit erweist sich “Hunt Her, Kill Her” als monotones Hide-and-Seek, ein überraschungs- und spannungsarmes Katz-und-Maus Spiel durch bekannte Kulissen ohne eigene Ideen, ohne Thrill, ohne Bezugsperson – und wird dadurch dann eben doch noch zur enttäuschenden 08/15-Veranstaltung wie man sie schon tausendmal gesehen hat. Während genreverwandte Beiträge immerhin durch brachiale Gewalt und ausladende Metzelszenen die Gorehounds unter uns zufriedenstellen können, lässt “Hunter Her, Kill Her” selbst die verheißungsvolle FSK 18-Freigabe weitestgehend ungenutzt und entpuppt sich als ziemlich zahme und blutarme Angelegenheit. Für Splatterfans zu wenig zeigefreudig, für Adrenalinjunkies viel zu einschläfern – und für alle anderen eben ein weiterer identitätsloser Horror-Beitrag.

Hunt Her, Kill Her ©Lighthouse Film

Fazit

Spannungsarme Slasher-Hatz durch austauschbare Kulissen!

Bewertung: 1.5 von 5.

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