Bunker: Angel of War – Kritik

TitelBunker: Angel of War
Genre Horror
Jahr2022
FSK16
RegieAdrian Langley

Heimkinostart: 04.10.2023

H. P. Lovecraft unter dem Niemandsland

Eigentlich bedarf es in Anbetracht der reale Schrecken des Krieges weder übersinnlichen Hokuspokus noch sonstigen fiktionale Firlefanz und doch erfreut sich die Kombination aus Weltkriegsszenario und Horror unter vielen Filmfans schon seit vielen Jahren großer Beliebtheit. So lauert in Genrehybriden wie „Operation: Overload“, „Ghosts of War“ oder „The Lair“ in den Schützengräben, Bunkern und Schlachtfeldern dieser Erde mehr als nur die gegnerischen Truppen, sondern auch allerhand übernatürlicher Gefahren – und „Bunker: Angel of War“ reizt sich da nahtlos ein.

Bunker: Angel of War ©Tiberius Film

Und darum geht es…

Westfront, Erster Weltkrieg: Während in den letzten Tagen noch eine unerbittliche Schlacht zwischen den Schützengraben tobte, herrscht plötzlich Stille. Die Deutschen sind wie im Erdboden verschwunden. Auch wenn der britische Leutnant Turner (Patrick Moltane) dem Frieden zunächst nicht traut, stellt er ein Team zusammen, um das Niemandsland zu überqueren und den gegnerischen Bunker zu untersuchen. Was die Männer bestehend aus Sanitäter Segura (Eddie Ramos), Captain Hall (Sean Cullen), Corporal Walker (Adriano Gatto) und die Soldaten Baker (Julian Feder) und Lewis (Quinn Moran) dort erwartet, übersteigt jede Form von Schrecken, den sie sich überhaupt ausmalen können! 

Bunker: Angel of War ©Tiberius Film

Eine gewaltige Bild-Ton-Schere

Hand aufs Herz: Nüchtern betrachtet spricht der Großteil der einzelnen bewertungsrelevanten Bestandteil des britischen Weltkriegs-Horrorfilms gegen eine objektive Sehempfehlung. Dass „Bunker: Angel of War“ mit seinem schauspielerisch eher limitierten Darsteller-Ensemble – in dem Fall ohne gendergerechter Schreibweise, aufgrund des ausschließlich männlichen Casts – den hölzernen Dialogen und den stellenweise dilettantisch ausgeleuchteten Plastik-Sets keinen Blumentopf gewinnen kann oder wird, ist auf den ersten Blick klar. Auch wenn der Low-Budget-Film mit dem einen oder anderen handgemachten Glibber- und Gore-Effekt optisch einiges hermacht und in seinen besten Momenten mit charmant-trashigem Flair überzeugen kann, erweist er sich im Großen und Ganzen doch als eher enttäuschende Lovecraft-Interpretation mit vielen Defiziten. Doch „Bunker: Angel of War“ hat noch ein Ass im Ärmel!

Bunker: Angel of War ©Tiberius Film

Wenn es die Bilder schon nicht richten können, dann eben der aufbrausende Score – und der hat es tatsächlich in sich und wirkt wie aus einer längst gegessen Zeit des Filmemachens entliehen. Auditiv setzt „Bunker: Angel of War“ überraschenderweise auf orchestrale Filmmusik, wie es sie in heutigen Produktionen – und in B-Movie-Gefilde erst recht nicht – kaum mehr zu hören gibt. Was Komponist Andrew Morgan Smith auf der musikalischen Ebene zu erzählen hat, ist so viel größer und mitreißender als jede Szene und jede einzelne der bedeutungsschwangeren Textzeilen. Ein klassischer Fall von „Perlen vor die Säue“ – in Sachen Atmosphäre aber unglaublich zuträglich. Erst wenn „Bunker – Angel of War“ für das Finale dem Subtilen den Rücken kehrt und sich voll und ganz auf den erhofften H. P. Lovecraft-Schrecken konzentriert, finden Musik und Bild auch endlich einen gemeinsamen Nenner. Doch dann ist es aber auch gleich schon wieder vorbei mit dem Weltkriegshorror – was bleibt, sind gemischte Gefühle.

Bunker: Angel of War ©Tiberius Film

Fazit

Weltkriegsszenario trifft H. P. Lovecraft!

Bewertung: 2.5 von 5.

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