Spinning Gold [2023] Kritik

TitelSpinning Gold
Genre Musik, Biopic
Jahr2023
FSK12
RegieTimothy Scott Bogart

Heimkinostart: 14.09.2023

Ein milchig trüber Blick hinter die Kulissen

Ob „Bohemian Rhapsody“, „Elvis“ oder „Rocketman“: Biopics sind beliebter denn je – vor allem, wenn es um das künstlerische Schaffen einzelner schillernder Persönlichkeiten aus der Musikbranche geht. Die Gesichter hinter den Stars sind dabei meist unwichtige Randfiguren oder spielen überhaupt keine Rolle. Das soll sich mit „Spinning Gold“ nun ändern. In Timothy Scott Bogarts Biopic verkommen große Namen wie KISS oder Donna Summer lediglich zu Fußnoten, während sich die Geschichte voll und ganz um den erfolgreichen Manager und Plattenfirmenchef Neil Bogart dreht. Richtig gehört, der Sohnemann macht einen Film über seinen eigenen Vater – wenn das nicht nach Befangenheit riecht!

Spinning Gold ©EuroVideo

Und darum geht es…

1973: Noch ist Neil Bogart (Jeremy Jordan) ein gutes Stück davon entfernt, als einer der einflussreichsten Musikmanager seiner Zeit in die Geschichte einzugehen – doch lange sollte es nicht mehr dauern. Was dem verbissenen Geschäftsmann an finanziellen Mitteln fehlt, macht er mit einer ordentlichen Portion Selbstvertrauen und Engagement wieder wett. Um seine Independent-Plattenfirma Casablanca Records auf die Beine zu stellen, leiht sich Bogart kurzerhand eine große Stange Geld bei zwielichtigen Geschäftsleuten aus der Unterwelt und bringt mit der bis dato unbekannten Band KISS direkt auch noch ein vielversprechendes Musiker-Ensemble als erster großer Act ins Spiel. Der Beginn einer großen Karriere…

Spinning Gold ©EuroVideo

Es ist nicht alles Gold was glänzt!

Donna Summer, The Isley Brothers, The Village People, Bill Withers, KISS – die Liste der Künster*innen für deren Karriere sich das Musiklabel Casablanca Records und damit auch Neil Bogart verantwortlich zeigt, ist lang. Mit seinen knapp zweieinhalb Stunden trifft dieses Prädikat auch auf das Biopic “Spinning Gold” zu – eine große Karriere wie die von Bogart lässt sich nun mal schlecht in ein 90-minütiges Korsett schnüren – und trotz der Vielzahl an Geschichten, die es zu erzählen gibt, aber auch irgendwie zu lang. “Spinning Gold” ist voller Figuren, Songs und Entwicklungen und letztlich doch überraschend inhaltsleer und oberflächlich – und schon wird aus lang das vernichtende Wörtchen langweilig.

Spinning Gold ©EuroVideo

Obwohl “Spinning Gold” mit Timothy Scott Bogart Neil Bogarts leiblicher Sohn auf dem Regiestuhl platz nahm, der darüber hinaus auch noch das Drehbuch verfasste, fühlt sich die Heldenreise erstaunlich fremd und unpersönlich an. Statt intime Einblicke in das Leben des Managers konzentriert sich Bogart auf das stumpfe Abarbeiten der einzelnen Stationen in der Karriere seines berühmten Vaters und lässt die Schattenseiten dabei größtenteils einfach unberührt. Das macht “Spinning Gold” zu einem filmgewordenen Wikipedia-Artikel, der mit seiner ordentlichen Ausstattung und den detailverliebten Musikeinlagen handwerklich zwar alles richtig macht, das Publikum dabei aber nie berührt oder einlädt, mitzufiebern.

Spinning Gold ©EuroVideo

Fazit

Einseitig, oberflächlich und langatmig!

Bewertung: 2 von 5.

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