The Adults [2023] Kritik

TitelThe Adults
Genre Drama, Komödie
Jahr2023
FSK12
RegieDustin Guy Defa

Heimkinostart: unbekannt

„The Adults“ gibt es aktuell ausschließlich als kostenpflichtiges VoD-Release auf diversen Streamingseiten zu sehen.

Indie-Kino mit Michael Cera und Sophia Lillis

Nachdem mit Zach Braffs warmherzigen Sky Original „A Good Person“ im April dieses Jahres die einnehmende Magie des Independentfilm Einzug in den Streamingmarkt erhielt, startete mit „The Adults“ vor wenigen Wochen ein ähnlich süße Indie-Perle in den deutschen Kinos – nur eben ohne den doch etwas dick aufgetragen Kitsch, der Braffs Tragikomödie ein wenig verwässerte. Passend zum Video-on-Demand-Release liefert die nachfolgende Review schlagkräftige Argumente, wieso man sich die Dramödie auf keinen Fall entgehen lassen sollte!

The Adults ©Universal Pictures

Und darum geht es…

Ein kurzes, pflichtbewusstes Hallo und schnell wieder zurück nach Hause. So oder zumindest so ähnlich hatte sich Eric (Michael Cera) die Reise in seine alte Heimat samt Familienbesuch bei seinen Schwestern Rachel (Hannah Gross) und Maggie (Sophia Lillis) vorgestellt. Wäre da nicht die ärgerliche Niederlage bei einem Pokerturnier, die er so nicht auf sich sitzen lassen kann. Für eine Revanche am nächsten Abend verlängert Eric seinen Aufenthalt um eine weitere Nacht und füllt die zeitliche Lücke bis dahin mit Familienaktivitäten, um die angespannte Beziehung wieder aufzulockern. Seit Eric seine beiden Schwestern nach dem Tod ihrer Mutter zurückließ, ist dies auch dringend notwendig…

The Adults ©Universal Pictures

Ein sensibles Familienportrait

Das Erwachsensein bringt so mache Probleme ans Tageslicht, für deren Bewältigung man sich komischerweise dann doch nicht erwachsen genug fühlt – ein seltsames Paradoxon. „The Adults“ erzählt von eben solch einer festgefahren Situation, genauer gesagt, einer mehr als nur angespannten Geschwister-Beziehung, die unter der Last des Unausgesprochenen zu ersticken droht. Was für viele Filmschaffende der Startschuss für ein bedrückendes Familiendrama wäre, weiß Dustin Guy Defa auf eine eigensinnig-verspielte Art zu interpretieren, die Komik und Tragik perfekt aufeinander abstimmt und ausbalanciert. Das Ergebnis ist ein leiser, sensibler und dadurch umso kraftvollerer Film mit einem fantastischen Darsteller*innen-Trio und echten Figuren mit echten Problemen.

The Adults ©Universal Pictures

Ähnlich unausgesprochenen wie die privaten und familiären Probleme zwischen den Protagonist*innen bleibt „The Adults“ auch in deren Offenlegung in Richtung Zuschauerschaft. Das unaufdringliche Skript hält sich in der Formulierung der umgangssprachlichen Päckchen, die die Drei zu tragen haben, stets wage, verliert sich dabei zu keinem Zeitpunkt in unnötige Erklärung und überlässt deren genaue Einordnung den Zuschauer*innen. Was geschehen ist, spielt sowieso eine untergeordnete Rolle. Alle Drei sind nun schließlich erwachsen und müssen ihre Probleme in ihrer Position als Erwachsene bewältigen – greifen dafür aber immer wieder auf Rituale ihrer Kindheit zurück. Bei dieser Rückbesinnung auf die gemeinsame Vergangenheit, mit albernen Kinderspielchen, einstudierten Tanzchoreografien und der Flucht in die Rollen Alter Egos mit quatschigen Cartoon-Stimmen finden die entfremdeten Geschwister nicht nur zueinander, sondern auch ohne Umschweife einen Weg in die Herzen des Publikums.

The Adults ©Universal Pictures

Fazit

Eine kleine, feine Indie-Perle mit starkem Cast!

Bewertung: 4 von 5.
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