| Titel | Zom 100: Bucket List of the Dead |
| Genre | Horror, Komödie |
| Jahr | 2023 |
| FSK | 16 |
| Regie | Yûsuke Ishida |
Starttermin: 03.08.2023 [Netflix]
Zombiefrei auf Arbeit!
Arbeiten bis zum Umfallen lautet die Devise. Dass Japan mit dem Wort „Karōshi“ einen eigenen Begriff für den plötzlichen, meist durch Stress verursachten, berufsbezogenen Tod hat, sagt eigentlich schon alles. Wie in vielen asiatischen Ländern herrscht auch in Japan eine beinharte Leistungsgesellschaft, die den Arbeitnehmer*innen alles abverlangt. 60 Stunden Wochen gehören ebenso zum guten Ton, wie unbezahlte Überstunden und der Verzicht auf Urlaubstage. Dies spielt sich auch im Stadtbild wieder. Nicht . selten sieht man schlafende Geschäftsleute auf öffentlichen Plätzen, auf Treppen, angelehnt an Geländer oder einfach mitten auf dem Bürgersteig. Gefangen in diesem Szenario kann eine Zombieapokalypse schon mal einem Befreiungsschlag gleichen: Endlich für einen Moment durchatmen und am Leben teilnehmen – Zombies hin oder her. Die japanische Horrorkomödie „Zom 100: Bucket List of the Dead“ treibt diesen absurden Gedanken auf die Spitze!

Und darum geht es…
Ein Jahr muss sich Akira Tendo jetzt schon die Schikanen seines Chefs über sich ergehen lassen. Ein Jahr voller durchgearbeiteter Nächte und unendlicher Überstunden. Ein Jahr ohne auch nur einen freien Tag. Als er eines Morgens plötzlich in die offenen Arme einer Zombie-Horde läuft, muss er feststellen, dass er sich plötzlich inmitten einer gigantischen Zombieapokalypse befindet. Während andere in Anbetracht dieser Erkenntnis in Panik verfallen würden, kommt Akira nicht mehr aus dem Lachen heraus: Er muss nicht mehr ins Büro und kann endlich tun und lassen, was er möchte. Statt sich zu verstecken und die Sache auszusitzen, packt er die Gelegenheit am Schopf, um endlich alles zu machen, was er schon immer wollte.

Sind wir nicht alle längst Zombies?
Es sind die kleinen Dinge, die das Leben erst lebenswert machen – und wenn man dieses zu verschlafen drohte, entpuppt sich selbst der eigentlich lästige Wohnungsputz als Erfüllung aller Träume. Akiras Wunschliste mag banal wirken, in Anbetracht seines von der Arbeit diktierten Alltags ohne einen freien Tage und dafür umso mehr Überstunden, aber auch irgendwie sinnig. Basierend auf der gleichnamigen 14-teiligen Mangareihe erzählt „Zom 100: Bucket List of the Dead“ von einem jungen Mann, der im Chaos einer Zombieapokalypse endlich Zeit findet zu leben. Als kleines Zahnrad einer gigantischen, leistungsorientierten Gesellschaft lebte er bislang eigentlich ausschließlich, um zu überleben. Schon vor der Pandemie war er längst ein Zombie, in der Pandemie ist er frei!

Mit der Bucket List, die Akira Stück für Stück abarbeitet, hält „Zom 100: Bucket List of the Dead“ ein ähnliches Gimmick parat wie einst Ruben Fleischer mit den Verhaltensregeln in „Zombieland“. Aus dieser Spielerei resultiert dann auch der größte Spaß der Zombiekomödie. Trotz wertig inszenierter Zombies-Action und überzeugenden Make-up-Effekten kennt man diese Szenen bereits zur Genüge aus anderen Genrefilmen, weshalb die Zombie-Thematik und deren Umsetzung selbst niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken dürfte. Bei einem Zombiehai (!!!) im Finale sieht das Ganze dann jedoch wieder anders aus! Letztlich profitiert das japanische Netflix Original in erster Linie von seinem Subtext, der in bester Manier einer leichtfüßigen Indie-Komödie der Marke Coming-of-Age umgesetzt wird. Dass die Botschaft im finalen Akt dann noch einmal dermaßen on the nose aufs Brot gestrichen werden muss, entpuppt sich wiederum als störend. Eigentlich bedarf es hierfür keinen alles ins kleinste Detail aufdröselnden Monolog samt Rückblenden, um zu verstehen, wohin „Zom 100: Bucket List of the Dead“ hin möchte. Ein kurzes YOLO hätte da eigentlich als Zusammenfassung gereicht.

Fazit
You Only Live Once in einer Zombieapokalypse!
Wie hat Dir „Zom 100: Bucket List of the Dead“ gefallen?

