| Titel | Cube [Remake] |
| Genre | Sci-Fi, Horror |
| Jahr | 2021 |
| FSK | 16 |
| Regie | Yasuhiko Shimizu |
Heimkinostart: 24.08.2023
Ein Remake, das die Welt nicht braucht…
Eigentlich dürfen wir uns ja gar nicht beschweren, schließlich war es das US-amerikanische Kino, das es sich um die Jahrtausendwende zur Aufgabe gemacht hat, so ziemlich jeden japanischen Horrorfilm – ob gut oder schlecht, war ab einem bestimmten Punkt nicht mehr von Belang – für den westlichen Markt neu aufzulegen. Getreu dem Motto „Wie du mir, so ich dir“ gibt es mit „Cube“ nach unzähligen westlichen Remakes asiatischer Filme nun die Revanche in Form einer japanischen Neuauflage des gleichnamigen 90er-Jahre Kultfilms aus Kanada. Was uns da erwartet? Quasi dasselbe in grün – oder eben blau, gelb, grau oder rot – je nachdem von was für einem Würfel wir reden…

Und darum geht es…
Als sechs sich völlig fremde Personen in einem mysteriösen Komplex aus miteinander verbunden quadratischen Räumen erwachen, kann sich keiner von ihnen erinnern, wie er in diese missliche Lage geraten ist. Eines ist jedoch klar. Nur gemeinsam können sie es aus dem von der Außenwelt abgeschotteten Gefängnis schaffen. Dabei gibt es nur ein Problem: Auch wenn sich alle Räume abgesehen von der Farbe in Form und Beschaffenheit gleichen, sind manche davon mit auf den ersten Blick unsichtbaren, tödlichen Fallen versehen.

Der Vergleich mit dem Original ist unausweichlich
Unter Filmfans gehört es fast schon zum guten Ton, Filme der eigenen Jugend auf einen Sockel zu stellen und Remakes sowie späte Fortsetzungen, ungeachtet dessen, ob sie nun (wie so oft) wirklich schlecht oder doch überraschend gut, ja sogar besser als das Original sind, kategorisch abzulehnen. Eine Unart, die in dieser Review nicht aufgegriffen wird – das Fazit jedoch bleibt dasselbe. Denn selbst nüchtern betrachtet, lässt sich „Cube“ als eine nahezu identische Kopie des Originals von Vincenzo Natali aus dem Jahr 1997 beschrieben, die sich trotz der inhaltlichen und inszenatorischen Nähe zu diesem qualitativ meilenweit darunter ansiedelt. Im reduzierten Setdesign, den Regeln innerhalb des titelgebenden Würfels und im Großteil des Plots unterscheidet sich das Remake kaum, sodass die Sichtung von „Cube“ quasi einem Rewatch des Originals gleicht – und zwar einem ziemlich unbefriedigenden.

Nach einer leicht abgewandelten Version der ikonischen Eröffnungsszene nimmt also alles seinen bekannten Lauf. Wer Vincenzo Natalis Film kennt, darf fortan einer spannungsbefreiten Nacherzählung seiner Geschichte beiwohnen, während Neulinge zwar etwas Neues erleben, dabei aber ähnlich gelangweilt zurückbleiben. Wo die kanadische Vorlage schon nicht frei von Schwächen war und mit schwachen Charakteren und belanglosen Dialogen zu kämpfen hatte, setzt die japanische Neuinterpretation noch ein, zwei Schippen drauf und ersetzt die Attribute schwach und belanglos durch nervtötend und sinnbefreit. Dass „Cube“ in seiner neuen Version dann auch noch rund 19 Minuten länger ist – es gibt nun auch Rückblenden in das Leben vor dem Würfel, die die Handlung unnötig strecken – verstärkt den negativen Effekt noch einmal und töten auch noch das letzte bisschen Rest-Klaustrophobie. Abgesehen von den Blicken in die Vergangenheit eines Protagonisten, löst sich Regisseur Yasuhiko Shimizu erst in der letzten halben Stunde ein wenig von der bloßen Wiederholung des Original-Skripts und bringt noch ein paar neue Motive mit ins Spiel. Am ernüchternden Fazit ändert dies jedoch nichts.

Fazit
Ein lieb- und seelenloses Remake. Nahe am Original und qualitativ doch so weit entfernt!
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