| Titel | Eight for Silver |
| Genre | Horror |
| Jahr | 2021 |
| FSK | 16 |
| Regie | Sean Ellis |
Heimkinostart: unbekannt
„Eight for Silver“ gibt es aktuell ausschließlich als kostenpflichtiges VoD-Release auf diversen Streamingseiten zu sehen.
Mehr als nur ein Werwolf-Film
Lange Reißzähne, die wie kleine Messer aus dem weit aufgerissenen Maul hervorblitzen; spitze, mühelos durch Fleisch und Knochen gleitende Krallen an den gigantischen Pranken und ein dichtes, schwarzes Fell, das sich wie ein dunkler Schatten auf den muskulösen Körper legen. Dieses Bild dürfte sich bei den meisten beim Gedanken an einen Werwolf unweigerlich in den Kopf drängen. Dass sich “Eight for Silver” – wahlweise auch unter dem Namen “The Curse” bekannt – optisch für eine ganz eigene Interpretation der sagenumwobenen Lykaner entscheidet, ist ebenso spannend wie die vom gängigen Bild abweichende Mythologie hinter den furchterregenden Fabelwesen.

Und darum geht es…
Frankreich Ende des 19. Jahrhundert: Seitdem der adelige Landbesitzer Seamus Laurent die Mitglieder*innen eines Rom*nja-Clans auf bestialische Art und Weise niedermetzeln ließ, wird die Gemeinde von düsteren Visionen geplagt. Der vor fit t ihrem Tod ausgesprochener Fluch einer alten Romni entfaltet seine schrecklichen Dimensionen, als plötzlich Seamus‘ Sohn Edward spurlos verschwindet und ein weiterer Junge ermordet vorgefunden wird. Der übel zugerichtete Leichnam lässt zunächst auf ein wildes Tier schließen, bis sich der Pathologe John McBride dem Fall annimmt und eine unheimliche Entdeckung macht…

Grafische Gewalt, atmosphärische Bilder & ein fantastischer Score!
1917: Das Schlachtfeld des Ersten Weltkrieges ist übersät mit unzähligen Opfern. Unter ihnen ein Mann. In seinem Leib drei Kugeln – eine davon aus reinem Silber. Bevor die eigentliche Geschichte ihren Ursprung Ende des 19. Jahrhunderts im ländlichen Frankreich nimmt, verschlägt es „Eight For Silver“ in ein historisches Kriegssetting, das den Gore-Faktor umgehend in die Höhe schraubt. Bereits die schmerzhafte Exposition in einem Sanitätszelt überzeugt mit blutigen, praktischen Effekten und handgemachten Prothesen, die auch später, während der nicht minder stark inszenierten Monster-Action und den wiederkehrenden Bodyhorror-Elementen ein Hingucker bleibt – von einer ultrabrutalen, sich ins Gedächtnis brennenden Vogelscheuchen-Szene ganz zu schweigen.

Nebelschwaden, Fackelschein und Finsternis. Während knarzende Streicher und treibende Synthesizer für eine stimmungsvolle musikalische Untermalung sorgen, erzeugen die von Sean Ellis eingefangenen Bilder eine dichte Atmosphäre. Dass sich der britische Regisseur auch für die Kamera verantwortlich zeigt, entpuppt sich als wahrer Segen. Leider tut sich abseits der makellosen Inszenierung – das fantasiereiche Creature-Design sollte an dieser Stelle noch erwähnt werden – ein leichtes Gefälle auf. „Eight For Silver“ scheint immer wieder die Luft auszugehen, was sich merklich auf den Erzählfluss auswirkt. Spätestens im dann doch noch ziemlich generischen Schlussdrittel flacht die Spannungskurve deutlich ab. Nichtsdestotrotz sollte man sich den homogenen Mix aus historischem Drama und Horrorthriller nicht entgehen lassen. Die frische Interpretation der Werwolf-Mythologie in Verbindung mit der starken Inszenierung machen „Eight For Silver“ zu einem nicht nur für Genrefans empfehlenswerten Film – stark!

Fazit
Atmosphärischer Werwolf-Horror im Gewand eines historischen Dramas!
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