| Titel | The Flash |
| Genre | Action, Sci-Fi |
| Jahr | 2023 |
| FSK | 12 |
| Regie | Andrés Muschietti |
Kinostart: 15.06.2023
Der Film, der das DCEU auf den Kopf stellt?
Bevor mit „Superman: Legacy“ am 11. Juli 2025 offiziell die neue Ära des DCEU unter der Hand von James Gunn eingeleitet wird, ist der frisch in den Kinos angelaufene Superheld*innenfilm „The Flash“ einer von insgesamt drei noch ausstehenden Filmen, die von den angekündigten Änderungen noch nicht betroffen sind. Anders als die ebenfalls für 2023 angekündigten Titel „Blue Beetle“ und „Aquaman and the Lost Kingdom“ bietet sich „The Flash“ mit seiner Multiversums-Thematik förmlich an, den großen Umbruch einzuleiten und die Laufrichtung für die künftigen Filme und Serien des DCEU vorzugeben.

Und darum geht es…
Dass sein Vater unschuldig für den Mord an seiner Mutter im Gefängnis sitzt, macht Barry immer noch zu schaffen. Dank seiner Kräfte als Superheld The Flash, mit denen er bereits an der Seite seiner Justice League Kolleg*innen wie Batman und Wonder Woman kämpfen durfte, gelingt es dem schnellsten Mann auf Erden, in die Vergangenheit zu reisen, um seine Mutter vor ihrem tödlichen Schicksal zu bewahren. Als seine Rückreise gehörig schiefgeht, bringt er das Gleichgewicht des Universums auseinander und findet sich plötzlich in einer Welt wieder, in der es die Justice League nie gegeben hat. Diese steht nun kurz vor der Zerstörung durch den Superman-Rivalen General Zod, der ohne die Präsenz des strahlenden kryptonischen Helden leichtes Spiel zu haben scheint…

„The Flash“ aka Justice League 2.0
Lässt man das bekannte Sprichwort, welches besagt, man solle den Tag nicht vor dem Abend loben, mal außer Acht, würde das Fazit des neuen DC-Films „The Flash“ nach der ersten Stunde vermutlich wie folgt aussehen: Unschuldige Leichtigkeit und knackig inszenierte Action treffen auf eine menschliche Geschichte mit emotionalem Kern. Während Ben Affleck seine Qualitäten als Batman-Darsteller erneut unter Beweis stellen kann und sich durch eine spektakuläre Actionsequenz irgendwo zwischen Christopher Nolans „The Dark Knight“-Trilogie und Zack Snyder-Bombast kämpft, bleibt vor allem die eindrucksvolle Rettungsmission des von Ezra Miller gespielten Titelhelden in Super-Slow-Motion im Gedächtnis. Das Tempo ist hoch, die Grundlagen für ein berührendes wie auch spannendes Abenteuer sind gelegt und die Gags sitzen. Doch es ist noch nicht aller Tage Abend – um eine weitere Redewendung zu zitieren.

Leider gelingt es Andrés Muschietti nicht, die Stärken des rasanten Auftakts über die gesamte Länge aufrechtzuerhalten. Sind die Weichen für ein spannendes Popcorn-Abenteuer erst einmal gelegt, fällt „The Flash“ während des gesamten Mittelteils in ein ziemlich ermüdendes und spannungsarmes Loch. Die meisten Handlungspunkte und Figuren werden lieblos abgearbeitet und entpuppen sich als selten gelungener Fanservice und Checkpoints, die es schnell abzuhaken gilt. Sie sind allesamt Teil von Barrys Entwicklung, ohne selbst je eine zu erfahren. So kann man Michael Shannons Ärger, den er über die lieblose Einbeziehung des von ihm verkörperten General Zod jüngst in einem Interview äußerte, komplett nachvollziehen. Selbst Sasha Calles Supergirl, so bad-ass und cool sie in ihrer Rolle auch sein mag, ist nicht mehr als ein profilloser MacGuffin, während das Wiedersehen mit Michael Keaton als Batman nicht annähernd den Effekt des nostalgischen Zusammentreffens in „Spider-Man: No Way Home“ erreicht. Dass die Action seines Batmans großen Spaß macht, ändert daran auch nichts – diese stammt schließlich von einem Stuntman oder kommt direkt aus dem Computer.

Gemischte Gefühle…
Wenn „The Flash“ gegen Ende dann doch noch einmal seinen Flow findet – das Tempo geht wieder nach oben und damit auch der Unterhaltungswert – ist dies größtenteils der Action zuzuschreiben. Wenn sich nicht etwa Superman, sondern Barry Allen samt neuer Weggefährt*innen der Übermacht Zods in den Weg stellen, erinnert das Spektakel auch inszenatorisch an das epische Scharmützel von „Man of Steel“. Das Snyder-Gekloppe macht Spaß, fällt im Rahmen der opulenten Laufzeit von fast zweieinhalb Stunden jedoch verschwindend kurz aus. Was am Ende bleibt, ist ein diffuses Gefühl. „The Flash“ weiß immer wieder zu gefallen, wirkt in seiner Gesamtheit aber seltsam unorganisch. Auch wenn der große Knall ausbleibt, der das DCEU in seinen Grundmauern erschüttert – wie genau es nun weitergeht, bleibt auch nach dem Abspann unklar – und die diversen Schwächen den Sehgenuss trüben, fällt das finale Fazit dann doch noch wohlwollend positiv aus.

Fazit
Nach einem großartigen Start geht dem schnellsten Mann der Welt die Puste aus!
Wie hat Dir „The Flash“ gefallen?

