| Titel | Tyler Rake: Extraction 2 |
| Genre | Action, Thriller |
| Jahr | 2023 |
| FSK | 16 |
| Regie | Sam Hargrave |
Starttermin: 16.06.2023 [Netflix]
Einer der besten Netflix-Filme meldet sich mit einer Fortsetzung zurück!
2020 überraschte der Streaming-Riese Netflix nach einer Serie überaus enttäuschender Eigenproduktionen seine Abonnent*innen doch noch mit einem ansprechenden Action-Schmankerl namens „Tyler Rake: Extraction“. Dass der vom Publikum überaus wohlwollend entgegengenommene Streaming-Hit nach einer Fortsetzung verlangt, war schnell klar – und da ist sie nun. Aber kann „Tyler Rake: Extraction“ dem starken ersten Teil auch das Wasser reichen?

Und darum geht es…
Nach seiner selbstmörderischen Mission in Bangladesch, wird der scheinbar leblose Körper des Elite-Söldner Tyler Rake am Ufer eines Flusses aufgefunden. Durch die schnelle medizinische Hilfe ist er wenige Monate später wieder auf den Beinen und bereit für die nächste waghalsige Extraktion…

Größer, höher, langweiliger…
Tyler Rake ist zurück! Treu dem ungeschrieben Gesetz der Filmfortsetzungen bedeutet das natürlich mehr Budget und folglich auch mehr Bombast – von mehr Langeweile war bei dieser Regel jedoch nie die Rede. Dennoch begeht auch „Tyler Rake: Extraction 2“ denselben Fehler wie die meisten Sequels, will mehr sein als er eigentlich ist und zerfasert dabei in ausladenden, langatmigen Action-Non-Sense und unnötig aufgebauschten Handlungssträngen, nach denen niemand gefragt hat. Alles beginnt mit dem Aufbau einer Alibi-Geschichte, um dem Publikum ein Gefühl von Tiefe vorzugaukeln, das die oberflächlichen Figuren jedoch nie widerspiegeln – und dann kommt die Plansequenz!

Dass das ganze Drumherum für das folgende Action-Dauerfeuer nicht relevant ist, lässt sich irgendwie noch verkraften, solange die Action stimmt. Die entlädt sich zunächst einmal in einem rund 20-minütigen One-Take, der wie bereits im ersten Teil mit Übersichtlichkeit, handwerklichem Geschick und durchdachten Choreografien überzeugt. Leider zieht sich diese Plansequenzen unnötig in die Länge, indem sie auch während den Momenten, in denen nichts geschieht, munter drauflosfilmt. Das schmälert den Spaß an den wenigen tatsächlich spaßigen Einfällen wie beispielsweise einem in Flammen stehenden Tyler Rake, der brennende Faustschläge verteilend, weiter seine Gegner dezimiert.

Der weitaus brachialere und deutlich kürzere One-Shot des Vorgängerfilms beweist, dass in der Kürze eben nicht nur sprichwörtlich die Würze liegt. Selten hat man sich bei einer ähnlichen Szene zumindest ein, zwei Schnitte zu Gunsten einer strafferen Inszenierung herbeisehnt – „Tyler Rake: Extraction 2“ hätte sie jedenfalls gut vertragen. Und so verkommt der eigentlich löbliche Einsatz einer Plansequenz zum Gimmick, zu einer netten visuellen Spielerei ohne nennenswerten Mehrwert. Nichtsdestotrotz kann die Action dank der aufwendigen, praktischen Effekte, guten Choreografien und starken CGI-Effekten, die als solche nicht zu erkennen sind, zumindest handwerklich überzeugen.

Wenn in einer zweiten ausladenden Actionsequenz dann doch noch Schnitt zum Einsatz kommen, lässt „Tyler Rake: Extraction 2“ wiederum die guten Ideen vermissen und verliert sich stattdessen in eintönigem Rumgeballer – immer noch gut gemacht, nur eben etwas monoton. Seltene Glanzlichter wie eine Auseinandersetzung in schwindelerregender Höhe oder die Zweckentfremdung verschiedener Fitnessgeräte bilden leider die kreative Ausnahme. Wenn dann erst einmal Ruhe einkehrt, um die dünne Geschichte voranzutreiben, ist der Ofen erst einmal aus. Bereits der erste Teil hatte im Mittelteil einen kleinen Durchhänger, was aufgrund der rasanten Action zuvor und danach aber nicht schwer ins Gewicht fiel. „Type Rake: Extraction 2“ hingegen kann diese Schwäche wesentlich schlechter kompensieren und wirkt abseits der Action nochmal ein gutes Stück belangloser und nichtssagender als noch der Vorgänger. Ein klarer Rückschritt also – und das in allen Belangen!

Fazit
Nach dem rastlosen Actionspektakel „Tyler Rake: Extraction“ entpuppt sich die Fortsetzung als große Enttäuschung!
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