| Titel | The Outwaters |
| Genre | Horror, Sci-Fi |
| Jahr | 2022 |
| FSK | ungeprüft |
| Regie | Robbie Banfitch |
Heimkinostart: unbekannt
„Blaze“ wurde im Rahmen des 10. Hard:Line Film Festivals gesichtet.
Surrealer Found Footage Horror
It’s All About the Benjamins! Auch wenn Filme wie „The Blair Witch Project“ oder „Paranormal Activity“ größtenteils hervorragend bei den Zuschauer*innen ankamen, gibt es doch einen anderen Grund, wieso sich der Found Footage Film bei Filmstudios lange Zeit großer Beliebtheit erfreute. Bei geringem Einsatz finanzieller Mitteln erzielten die meisten im Horror-Genre angesiedelten Filme gigantische Gewinne, sodass die Qualität hinter den riesigen Margen selbst eine untergeordnete Rolle spielte. Dies dürfte auch der Grund dafür sein, dass der große Hype um die Wackelkamera längst vorbei ist. Auch wenn man Robbie Banfitchs Found Footage Horror „The Outwaters“ anmerkt, dass er sich bei der Art dieser Inszenierung Gedanken gemacht hat, will sein völlig abgefahrener Albtraum von einem Film irgendwie nicht so wirklich funktionieren…

Und darum geht es…
Eine vierköpfige Gruppe junger Erwachsener fährt in die Mojave-Wüste, um dort ein Musikvideo zu drehen. Sie verschwinden spurlos. Als letztes Lebenszeichen gelten Aufzeichnungen eines Notrufes, auf denen nichts als markerschütternde Schreie zu hören sind. Aber auch Speicherkarten wurden gefunden. Drei Stück. Darauf zu sehen: Die letzten Aufnahmen der Vermissten. Der Trip der Gruppe scheint normal verlaufen zu sein, bis eines Nachts Donner ertönt. Donner so laut, als würde der Himmel explodieren… (Hard:Line Film Festival)

Ein filmgewordener WTF!-Moment
Für eine Gruppe junger Musiker*innen entpuppt sich der Dreh eines Musikvideos in den gottverlassenen Weiten der Wüste als Hölle auf Erden – doch bis dahin herrscht erst einmal gähnende Leere. Wie es sich für einen Horrorfilm der Sparte Found Footage gehört, beginnt auch „The Outwaters“ mit dem obligatorischen Abfilmen trivialer Momentaufnahmen aus dem Leben seiner Protagonist*innen. Statt dies jedoch dafür zu nutzen, um im Hintergrund eine subtile Spannung aufzubauen, oder das Innenleben der Charaktere zu beleuchten, tritt „The Outwaters“ erzählerisch zunächst lange Zeit auf der Stelle. Viel zu lange! Besser gesagt, eine knappe dreiviertel Runde! Doch das soll sich schnell ändern, wenn auch nicht zum Guten…

Ein audiovisueller Hölle-Trip! Anders als es bei den meisten Found Footage Filmen der Fall ist, geschieht in “The Outwaters” ziemlich viel auf der Tonspur – und auch vor der zappeligen Kamera! Nach dem behäbigen Auftakt herrscht plötzlich Ausnahmezustand! Es wird gerannt, gebrüllt, schwer geatmet und geheult. Wie im LSD-Rausch prasselt eine Vielzahl chaotischer und blutiger Eindrücke unkontrolliert auf das Publikum ein und der surreale Albtraum nimmt seinen Lauf. Begleitet von wirren Schnitten, beliebigen Szenenabfolgen, quer durch Raum und Zeit und dem spärlichen Einsatz von Licht wird, manifestiert sich ein beängstigendes Gefühl von Orientierungslosigkeit – hinterlässt dabei aber auch viele Fragezeichen. Wohin Regie-Neuling Robbie Banfitch mit seinem ersten Langfilm will, bleibt unklar. Stattdessen regieren Wahnsinn und Chaos, was „The Outwaters“ einerseits das Prädikat „erfrischend experimentierfreudig“ verleiht, sich aber auch als echte Gedulds- und Belastungsprobe erweist.

Fazit
Nach der zähen, viel zu langen Exposition ist die Hölle los. Doch selbst der surreale Wahnsinn wirkt schnell ermüdend!
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