Babylon – Im Rausch der Ekstase [2022] Kritik

TitelBabylon – Rausch der Ekstase
Genre Komödie, Drama
Jahr2022
FSK16
RegieDamian Chazelle

Heimkinostart: 06.04.2023

Es war einmal in Hollywood

Nach Quentin Tarantinos „Once Upon a Time in Hollywood“ ist es erneut an Harley Quinn-Darstellerin Margot Robbie und „Figur Club“-Star Brad Pitt, die goldenen Zeiten Hollywoods zu neuem Leben zu erwecken. Für seinen überraschend derben Blick zurück in die 20er und 30er Jahre, hinter die Kulissen der Traumfabrik, lässt Regisseur Damian Chazelle keinen noch so absurden Exzess aus und porträtiert die bizarre und doch opulente Parallelgesellschaft der Reichen und Schönen.

Babylon 2022 ©Paramount Pictures

Und darum geht es…

Mit großen Ambitionen im Gepäck reist der mexikanische Immigrant Manny Torres in die boomende Filmstätte nach Hollywood während der 1920er-Jahre. Filmstar Jack Conrad in gelingt es nicht nur mit Leichtigkeit, die größten Filme seiner Zeit zu stemmen, an seiner Seite wird die Nachwuchsdarstellerin Nellie LaRoy zu einer gefragten Größe. Als sich die Filmindustrie mit dem Aufkommen des Tonfilms 1927 massiv ändert, stehen jedoch die Karrieren von Stars und Belegschaft auf dem Spiel. Um den Übergang zu erleichtern, wird die Showbiz-Journalistin Elinor St. John auf den Plan gerufen, um den großen Stars zu zeigen, wie ihre Karriere fortbestehen kann. Mit der großen Änderung stehen jedoch ebenso die ausufernden Partys und Drogenexzesse auf dem Spiel, die zur damaligen Zeit gang und gäbe sind. (Amazon)

Babylon 2022 ©Paramount Pictures

Zwischen Prunk und Elefanten-Scheiße

Das Hollywood der 20er Jahre: Eine schillernd-pompöse Welt des Glamours, voller Leidenschaft und Ambitionen – und irgendwie auch das genaue Gegenteil. Das Gefälle zwischen Prunk und Morast könnte in Damian Chazelles Drei-Stunden-Epos „Babylon – Rausch der Ekstase“ nicht größer sein. Berge von Kokain gesellen sich zu nicht minder gigantischen Elefanten-Haufen und gehören ebenso zur vergangenen diffusen Filmwelt wie Grazie und Eleganz. Die Diskrepanz zwischen albernem Slapstick und opulentem Schauwert macht es dem Publikum zunächst unglaublich schwer, sich überhaupt zurechtzufinden, und doch ist es unmöglich, sich dem Rausch zu entziehen. Spätestens nach einer Dreiviertelstunde ist die anfängliche Skepsis wie weggeblasen und das spaßige Fest nimmt seinen Lauf.

Babylon 2022 ©Paramount Pictures

Dabei ist „Babylon – Rausch der Ekstase“ alles andere als ein, sich den gängigen Sehgewohnheiten anbiedernder Film und weitaus weniger Oscar©-fixiert als es die Prämisse zunächst annehmen lässt. Es wird gepisst, gekotzt und geschissen – eine Formulierung, die der vorherrschenden Derbheit nicht einmal im Ansatz gerecht wird – ohne dabei die wahre Intention Chazelle, dem Verneigen vor der glorreichen Zeit des Filmemachens, zu schmälern. „Babylon – Rausch der Ekstase“ ist eine Geschichte über Aufstieg und Fall, unbändige Leidenschaft und grenzenlose Ignoranz. Mal alberner Quatsch, mal großes Schauspielkino – aber immer einzigartig und jetzt schon kultverdächtig. Ein Film, so exzentrisch wie die Zeit, in der er spielt. Irgendwie seltsam, aber auch irgendwie gut!

Babylon 2022 ©Paramount Pictures

Fazit

Ein derbes, schillerndes Epos!

Bewertung: 3.5 von 5.

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