| Titel | Resurrection |
| Genre | Thriller, Horror |
| Jahr | 2022 |
| FSK | 16 |
| Regie | Andrew Semans |
Heimkinostart: unbekannt
„Resurrection“ gibt es aktuell ausschließlich als kostenpflichtiges VoD-Release auf diversen Streamingseiten zu sehen.
Die großartige Rebecca Hall in einem Slow-Burner der unter die Haut geht!
Wenn aus Liebe emotionale Abhängigkeit wird! In seinem genreübergreifenden Psychothriller zeichnet Regisseur und Drehbuchautor Andrew Semans das Porträt einer traumatisierten Frau, die auch noch viele Jahre später an den Folgen einer von gezielten Manipulationen und psychischer Gewalt begleiteten Beziehung zu leiden hat. „Resurrection“ erweist sich jetzt schon als eines der verstörendsten Horror-Erlebnisse des Jahres und atmet dabei den unverkennbaren Geist einer A24-Produktion – auch ohne es zu sein. Aber seht selbst…

Und darum geht es…
Margret ist nicht nur eine erfolgreiche Geschäftsfrau, sondern managt darüber hinaus auch noch ihren Alltag als alleinerziehende Mutter einer Teenagerin mit Bravour. Doch ein dunkler Schatten liegt auf ihrer Vergangenheit, der sie mit dem plötzlichen Auftauchen eines bestimmten Mannes wieder einholt. Als sie selbst nicht viel älter war, als ihre Tochter heute ist, fand sich Margaret in einer manipulativen Beziehung mit dem 20 Jahre älteren David wieder. Nach dem Tod ihres gemeinsamen Neugeborenen Ben, behauptete dieser, das tote Kind verspeist zu haben und was noch viel absurder ist: Ben soll seitdem in seinem Inneren weiterleben und sich nichts sehnlichster wünscht, als endlich wieder bei seiner Mutter zu sein.

Das Kind im Manne – im wahrsten Sinne des Wortes!
Es dauerte keine drei Monate, bis das noch junge Filmjahr 2023 mit “Resurrection” sein vorzeitiges Thriller-Highlight gefunden hat. In einer niederschmetternden Abwärtsspirale aus Paranoia und Angst reißt der atmosphärische Slow-Burner sein Publikum mit einer gemächlichen, aber nicht zu entrinnenden Kraft mit sich in den Abgrund. “Resurrection” wird von Minute zu Minute besser, lässt den Figuren und mit ihnen auch der Atmosphäre und der Spannung genügend Raum und Zeit, sich zu entfalten, um letztlich in einem fantastischen Schlussakt seine ganze komplexe Wucht zu entfesseln. Der ausgewogene Spagat zwischen Psychothriller und Charakterdrama sorgt dafür, dass keines der beiden Elemente das Gefühl erweckt, stiefmütterlich behandelt worden zu sein. Um die Grenzen der Genres dann noch vollständig auszureizen, taucht dieses Zusammenspiel auf Augenhöhe im dritten Akt dann noch in ein Subgenre des Horrors ab, welches aus Spoiler-Gründen an dieser Stelle natürlich nicht vorweggenommen wird.

Die Auswirkungen einer mehr als nur toxischen Beziehung! Die selbstbewusste, starke Frau, die Margret ihrer Umwelt präsentiert, entpuppt sich schnell als ein wackeliges Konstrukt, unter dessen Hülle sich eine gebrochene Persönlichkeit verbringt gezeichnet von einem schmerzhaften Verlust und den manipulativen Demütigungen ihres Ex-Partners, verkörpert Rebecca Hall das Bild einer Frau, deren Paranoia in einem unbändigen Sturm aus Angst, Liebe, Trauer und Verzweiflung wie wild um sich schlägt. Halls Performance ist schlichtweg großartig und findet in einem bewegenden Monolog im Mittelteil seinen herzzerreißenden Höhepunkt. Wenn es dann zum finalen Aufeinandertreffen mit dem zurückhaltend-diabolischen Tim Roth (ebenfalls stark) kommt, offenbart “Resurrection” ein schmerzhaftes Finale, das mit seiner ungeschönten Brutalität den nächsten unerwarteten Schlag in die Magengrube bereithält. Als wäre das nicht genug, legt Regisseur Andrew Semans mit der vermutlich intensivsten Schlusssequenz seit dem A24-Horrordrama “Saint Maud” noch einmal nach und hinterlässt das Publikum mit einer dichten Gänsehaut und einem nicht näher zu definierendem Gefühl von Betroffenheit, das sich tief in den Eingeweiden einnistet.

Fazit
Ein sowohl darstellerisch als auch Inszenatorisch brillanter Thriller, dessen schleichender Horror sich bis tief unter die Haut gräbt!
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