Bruiser [2022] Kritik

TitelBruiser
Genre Drama, Coming-of-Age
Jahr2022
FSK16
RegieMiles Warren

Verfügbar auf Disney Plus: 24.02.2023

Wenn Männlichkeit schwerer wiegt als Vaterschaft

Mit “Bruiser” ist Miles Warren ein beeindruckendes Regiedebüt gelungen, das sich ins Gedächtnis brennt. Frei von stereotypen Erzählstrukturen und gängigen Genre-Klischees erzählt der junge Filmemacher eine authentische und einfühlsame Geschichte über toxische Vaterfiguren und falsche Vorbilder. Mittendrin ein 14-jähriger Teenager, der sich nichts wünscht, als eine intakte Familie. Das wuchtige Coming-Of-Age-Drama mit lebendigen, charakterstarken Figuren gibt es neu und nur auf Disney+ zu sehen – und das sollte man sich nicht entgehen lassen!

Bruiser 2022 ©Disney+

Und darum geht es…

Während der Sommerferien erkundet der 14-jährige Darious die Grenzen seiner Männlichkeit durch turbulente Interaktionen mit Malcolm, seinem strengen Vater, und eine aufkeimende Mentorenschaft mit dem mysteriösen Herumtreiber Porter. Als Darious die wahre Identität von Porter erfährt, wird er in einen Konflikt zwischen den beiden Männern hingezogen, der seine Familie auseinanderreißen und seine Sicherheit gefährden könnte. (Disney+)

Bruiser 2022 ©Disney+

Eine aufwühlende Coming-of-Age-Geschichte

Die erdrückende Überforderung, die das Erwachsenwerden mit sich bringt, profitiert ungemein von einer fürsorglichen Hand, die dabei hilft, die sich langsam aus dem Ruder laufende Gefühlswelt eines heranwachsenden Menschen wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Bedauerlicherweise lassen die väterlichen Hände, in die Darious sein von Gefühlschaos geplagtes Teenagerleben übergibt, das dafür notwendige Feingefühl vermissen und ballen sich stattdessen zu zornentbrannten, grobschlächtigen Fäuste – und zwar vier davon. Porter ist Darious leiblicher Vater, der sich zurück in das Leben seines Sohnes sehnt, während dessen Ziehvater Malcolm alles daran setzt, dies zu verhindern. Das macht “Bruiser” nicht nur zu einer Geschichte über das Erwachsenwerden, sondern auch über Vaterschaft und toxische Männlichkeit.

Bruiser 2022 ©Disney+

In “Bruiser” wandelt sich väterliche Fürsorge schnell zum Machtkampf zweier verletzter, männlicher Egos. Wie das beengende 4:3 Format, das die von Kameramann Justin Derry fantastisch fotografierten Bilder begrenzt – die Soundkulisse ist übrigens nicht weniger großartig – findet sich auch Darious in einer unliebsamen Situation zwischen zwei Parteien gefangen und kann am Ende nur zuschauen, wie der Kampf um seine Gunst über seinem Kopf ausgetragen wird. Keiner seiner Väter ist ein schlechter Mensch – und doch bringt der Konflikt das Schlechteste in ihnen zum Vorschein. Malcolm ist ein aufopferungsvoller Vater und Porter scheint ehrlich daran interessiert zu sein, seine Fehler wiedergutzumachen. Doch spätestens wenn sich die Alphamänner plötzlich in einem aufwühlenden Finale gegenüberstehen, geht es längst nicht mehr um das Beste für ihren Sohn, sondern einzig und alleine um das eigene Ego – getrieben von verletztem Stolz und animalischen Trieben. Stark!

Bruiser 2022 ©Disney+

Fazit

Eine aufwühlende Coming-of-Age-Geschichte!

Bewertung: 4 von 5.

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