| Titel | Everything Will Change |
| Genre | Drama, Sci-Fi |
| Jahr | 2021 |
| FSK | 12 |
| Regie | Marten Persiel |
Heimkinostart: 27.01.2023
Die Folgen der Klimakrise
Was der deutsche Filmemacher Marten Persiel mit seinem Herzensprojekt „Everything Will Change“ mit geringen Mitteln und umso mehr Herzblut über viele Jahre auf die Beine gestellt hat, ist in Anbetracht der wichtigen Botschaft zunächst einmal äußerst lobenswert. Sein Mix aus dystopischer Zukunftsvision und lehrreicher Dokumentation über das Artensterben infolge des Klimawandels macht in Sachen Aufklärungsarbeit alles richtig, lässt in der filmischen Aufarbeitung aber das nötige Feingefühl vermissen.

Und darum geht es…
2054: Für Ben, Finy und Cherry ist die Welt, seitdem sie sich erinnern können, ein trister Ort. Das Internet ist voller Falschmeldungen und irreführenden Informationen, während die echte Welt kaum noch Fauna und Flora aufweist. Als sie auf alte Filmaufnahmen stoßen, in der eine Giraffe zu sehen ist, ein Tier, von dem sie niemals zuvor gehört haben, begeben sie sich auf eine ungewöhnliche Reise voller schockierender Erkenntnisse.

Klima-Doku im Sci-Fi-Mantel
Wer mit der Erwartung an dystopisches Sci-Fi-Kino an „Everything Will Change“ herantritt, dürfte schnell eines Besseren belehrt werden. Der deutsche Independent-Film entpuppt sich nämlich als trojanisches Pferd, das dieses Versprechen nur bedingt einlöst und dem Publikum stattdessen eine Klimawandel-Doku offenbart. Nach dem stimmungsvollen Einstieg, der trotz des geringen Budgets eindrucksvolle Bilder zwischen surrealen Landschaftsaufnahmen und futuristischem Cyberpunk liefert, legt Regisseur Marten Persiel eine inszenatorische Kehrtwende ein, die nicht jedem schmecken dürfte.

Wenn der minimalistische Plot in den Hintergrund tritt und mit ihm auch die überzeugenden filmischen Elemente, verwandelt sich „Everything Will Change“ plötzlich in eine konventionelle Dokumentation, bestehend aus bereits existierendem Filmmaterial und Interviews mit diversen Wissenschaftler*innen. Die Botschaft dahinter ist klar: Die Menschheit muss jetzt handeln, um das Artensterben zu beenden, ehe es zu spät ist. Nur leider wird „Everything Will Change“ eben jene Menschen, die es wachzurütteln gilt, nicht erreichen. Dafür ist der Realfilm-Doku-Hybrid zu speziell und auf ein viel zu nischiges Publikum zugeschnitten. Als das größte Problem stellt sich jedoch die selten schlüssige, in ihrer Logik kaum nachvollziehbare Rahmenhandlung, in einem unglaubwürdigen Zukunftsszenario, das an Banalität kaum zu übertreffen ist.

Fazit
Starke Botschaft, wenig dahinter!
Wie hat Dir „Everything will Change“ gefallen?

