Achtung: Finger weg vom Trailer und am besten auch einen großen Bogen um die offizielle Inhaltsangabe machen – nur hier findet ihr eine spoilerfreie Synopsis, die ihr bedenkenlos lesen könnt – denn „Those Who Walk Away“ hat nur ohne Vorkenntnisse über die Geschichte das Zeug zu einem spannenden Horrorerlebnis!

Handlung
Vor seinem Date mit Avery ist Max ziemlich aufgeregt. Für ihn ist es das erste reale Treffen mit der jungen Studentin, die er auf einem Dating-Portal kennengelernt hat. Die Chemie zwischen den beiden stimmt von Anfang an, doch als Max bemerkt, dass Avery es nicht so genau mit der Wahrheit zu nehmen scheint, beginnt er ein wenig zu zweifeln. Nach einem leidenschaftlichen Kuss wirft er seine Bedenken jedoch schnell wieder über Bord – ein großer Fehler…

Kritik
Vom perfekten Tinder-Match zum waschechten Albtraum – und zwar One-Take! Was „Those Who Walk Away“ in erster Linie von genreverwandten Produktionen abhebt, ist die Inszenierung. Den schleichenden Horror lässt Regisseur Robert Rippberger sich in einer einzigen Plansequenz ohne erkennbare Schnitte gemächlich entfalten und erzeugt dabei lange Zeit eine unglaubliche dichte Atmosphäre, noch bevor der eigentliche Terror beginnt. Bis zur bösen Wendung, auf die an dieser Stelle nicht weiter eingegangen wird, geht das Horrordrama einen eigenwilligen Weg und besticht mit interessanten Figuren und einer, von einer dunklen Vorahnung begleiteten, sich langsam zuspitzenden Spannung. Soweit so großartig…

Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß! Wer „Those Who Walk Away“ in Gänze genießen will, sollte am besten ohne weitere Vorkenntnisse an den Film herantreten. Die bärenstarke erste Hälfte profitiert ungemein von der Unwissenheit der Zuschauer*innen darüber, was noch folgen wird. Dabei ist der Slow-Burner in dieser inszenatorisch stark auf Indie-Drama getrimmten Spielzeit tatsächlich mehr dem Genre des Coming-Of-Age-Films oder sogar einer Romanze zuzuordnen als einem klassischen Horrorfilm. Erst mit der Offenbarung einer tödlichen Bedrohung entwickelt sich der Genrefilm zu einem generischen Machwerk, das den vorangegangenen Minuten keinesfalls gerecht wird.

Fazit
Starker Auftakt, generisches Ende…
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