Violent Night [2022] Kritik

Violent Night Filmkritik

Don’t fuck with Santa! In Tommy Wirkolas “Violent Night” zeigt sich der Weihnachtsmann nicht gerade von seiner besten Seite und metzelt sich stattdessen durch eine Horde von mehr als nur unartigen Kriminellen. Dass der „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“-Regisseur ein Händchen für blutigen Action-Spaß hat, konnte der norwegische Filmemacher schon vor seinem großen Hollywood-Durchbruch in seinem fiesen Zombie-Splatter “Dead Snow” unter Beweis stellen. Mit “Stranger Things”-Star David Harbour als gewaltbereitem Santa Claus und der von „John Wick“-Mastermind David Leitch gegründeten Action-Schmiede 87North Productions hinter dem Projekt, kann das ja nur eine heitere Beschwerung geben. Oder etwa doch nicht?

Violent Night ©Universal Pictures

Handlung

Eigentlich will Santa Claus nur die Geschenke bringen, aber als er auf eine Gruppe Söldner stößt, die auf einem Anwesen Geiseln genommen hat, war’s das mit Stille Nacht. Statt der Geschenke holt Santa in “Violent Night” den Hammer aus dem Sack. Denn an Heiligabend legt sich niemand ungestraft mit dem Weihnachtsmann an. Wer rechnet denn damit, dass der echte Weihnachtsmann vor der Tür steht? Jedenfalls nicht das Team um Ben , das sich ausgerechnet Heiligabend für einen Überfall auf das Anwesen einer wohlhabenden Familie ausgesucht hat. Ihr zweiter Fehler ist es, ihn als harmlosen Geschenkebringer mit Rauschebart zu unterschätzen, denn wo Santa hinlangt, wächst kein Weihnachtsbaum mehr. Mit Lichterkette und Baumschmuck bewaffnet wird er zum gnadenlosen Endboss und beschert ihnen ein blutiges Fest, auch wenn es nicht auf dem Wunschzettel stand. (Universal Pictures)

Violent Night ©Universal Pictures

Kritik

Wenn sich Santa Claus nach dem obligatorischen Einstieg durch den Schornstein zunächst an den bereitgestellten Keksen und einem Glas Milch bedient, um diese anschließend mit einem ordentlichen Schluck Whisky aus der Bar zu verfeinern, ist klar, wohin die Reise in “Violent Night” gehen wird. Tommy Wirkolas bedient sich immer wieder an klassischen Motiven des familienfreundlichen Weihnachtsfilms, um diese dann humoristisch oder mit roher Gewalt zu brechen. So endet auch ein magischer Flug mit dem Rentierschlitten mit einer entsprechenden Pointe, in der sich der sturzbetrunkene Rauschebartträger in großer Höhe übergibt – und das natürlich frontal in das Gesicht einer verdutzten Passantin. Was in einer “Family Guy”-Rückblende vermutlich unglaublich komisch wäre, wirkt in “Violent Night” größtenteils erzwungen und gestellt.

Violent Night ©Universal Pictures

Wart ihr auch alle schön artig? Auch in Sachen Gewalt bedient sich die Actionkomödie an allerhand winterlichen und festtäglichen Utensilien, um diese in tödliche Mordwerkzeuge zu verwandeln. Vom Nussknacker über Weihnachtssterne, Eiszapfen bis hin zu Schlittschuhen kommt eigentlich alles zum Einsatz, was die Feiertage so zu bieten haben. Bis auf den überaus spaßigen und kreativ-brutalen Final-Kill, entpuppt sich das weihnachtliche Töten als ein ziemlich unspektakuläres und handzahmes Ereignis. Erst kurz vor dem Finale wird der Härtegrad etwas angezogen, verliert durch die Dunkelheit des Szenarios aber auch viel von seiner comichaften Explizität. Während die Splatter-Action also eher ernüchternd ausfällt, offenbart eine unterhaltsame “Kevin allein Hause”-Reminis das wahre Potenzial hinter “Violent Night” und stellt unter Beweis, dass ohne Santa Claus hier der bessere Film drin gewesen wäre.

Violent Night ©Universal Pictures

Das eigentliche Problem jedoch liegt am Pacing! Wer zunächst annimmt, Wirkolas Film leide lediglich an Startschwierigkeiten, wird schnell feststellen, dass der blutige Weihnachtsfilm grundsätzlich ein Problem damit hat, seine zähe Geschichte voranzutreiben. Hinzu kommt, dass weder die generischen Antagonisten noch die unsympathischen Geiseln, die es zu retten gilt, das nötige Charisma liefern, um das Publikum bei Laune zu halten. So schleppt sich “Violent Night” mühevoll von der einen in die nächste Actionszene, ist dabei in den seltensten Fällen amüsant und obendrein von vorne bis hinten unlogisch. Durch den fehlenden Unterhaltungswert bleibt genügend Zeit über Fehler nachzudenken und die gesamte Filmwelt, in der Eltern felsenfest davon überzeugt sind, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt, während die Kinder doch offensichtlich jedes Jahr von diesem beschenkt werden, zu überdenken. Am Ende wirkt “Violent Night” einfach viel zu konstruiert, langatmig und spaßbefreit.

Fazit

Hier wäre so viel mehr drin gewesen…

Bewertung: 2 von 5.

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