Seit ihrem Cartoon-Debüt in der US-amerikanischen Zeitung The New York im Jahre 1938 ist die „Addams Family“ aus der Popkultur nicht mehr wegzudenken. Ob im Serienformat oder auf der großen Leinwand – die etwas andere Familie mit Hang zu allerhand Morbidität erfreut sich nun schon seit vielen Jahren großer Beliebtheit. Mit „Wednesday“ gibt es seit wenigen Wochen auch das unterhaltsame Serien-Spin-Off über die gleichnamige Tochter der morbiden Kult-Familie auf Netflix zu bestaunen.

Handlung
Eine außergewöhnliche junge Frau beginnt ihren Aufenthalt an einer geheimnisvollen Akademie, die auf das Übernatürliche spezialisiert ist. Während sie sich in der neuen Umgebung zurechtfindet, wird sie bald mit rätselhaften Ereignissen konfrontiert, die ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten auf die Probe stellen. Auf ihrer Reise entdeckt sie nicht nur verborgene Geheimnisse der Akademie, sondern auch verborgene Wahrheiten über sich selbst. Zwischen spannenden Herausforderungen und mysteriösen Enthüllungen muss sie ihren eigenen Weg finden und herausfinden, wem sie vertrauen kann.

Kritik
Spooky Settings, detailverliebte Ausstattung und aufwendige Kostüme. Dass Tim Burton ein (kaltes) Händchen für originelle Horror-Kost hat, ist längst bekannt. Mit seiner achtteiligen Netflix-Serie „Wednesday“ gelingt dem „Sweeney Todd“-Regisseur nun ein makeberes, schwarzhumoriges und zugleich herzliches „Addams Family“-Sequel, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Dreh und Angelpunkt des spaßigen Potpourris aus Coming-Of-Age Geschichte, High-School-Komödie und Detective Story ist die sadistische und doch unglaublich liebenswerte Titelfigur Wednesday – verkörpert von der unglaublich spielfreudigen und charismatischen Jenna Ortega, die in ihrer Rolle vollkommen aufgeht!

Ein Mordsspaß – nicht nur für Fans der „Addams Family“ und Tim Burton. „Wednesday“ steckt zwar voller Anspielungen und Zitaten, funktioniert aber auch vollkommen losgelöst von den bisherigen Abenteuern der skurrilen Familie in Schwarz. Das liegt zu großen Teilen am ausgefeilten Skript, das sich viel Zeit für die Charakterisierung seiner schrulligen Figuren nimmt, die sich mit einer präzisen Treffsicherheit im Minutentakt gewitzte Dialog um die Ohren hauen. Abgerundet wird „Wednesday“ von einer spannenden Kriminalgeschichte mit unvorhersehbarem Ausgang, vielen falschen Fährten und einer, für eine Jugendfreigabe, tatsächlich bemerkenswerten Zeigefreudigkeit in Sachen grafischer Gewalt. Einzig die finale Episode verrennt sich dann doch noch ein wenig in generische Teen-Horror-Gefiele und unnötiges CGI-Gekloppe.

Fazit
Ein morbider Spaß!
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