Wenn wir heute von Trollen sprechen, denkt wohl kaum noch jemand an die aus der skandinavischen Mythologie entsprungenen Fabelwesen mit der dicken Knollennase und der steinernen Haut. Der Troll des 21. Jahrhunderts ist im Internet heimisch und nicht in den Bergen Dänemarks oder Norwegens – oder etwa doch nicht? Der norwegische Regisseur Roar Uthaug jedenfalls ist da anderer Meinung…

Handlung
In einem abgelegenen norwegischen Dorf erwacht eine uralte Bedrohung, als bei einem Bauprojekt tief im Wald mysteriöse Störungen auftreten. Die Bevölkerung sieht sich bald mit unheimlichen Ereignissen konfrontiert, die den Frieden ihrer Gemeinschaft erschüttern. Eine unerschütterliche Forscherin, die von ihrer Vergangenheit und der drohenden Gefahr betroffen ist, begibt sich auf eine gefährliche Reise, um das Rätsel zu lösen und das Unheil zu stoppen. Dabei enthüllt sie alte Geheimnisse und muss sich einer uralten Macht stellen.

Kritik
Die norwegische Antwort auf „King Kong“ – oder jeden anderen Monsterfilm! All diejenigen, denen der 2010 erschienen Found-Footage-Film „Trollhunter“ von André Øvredal noch zu arm an Action daherkam, bekommen mit dem Netflix-Original vielleicht genau das worauf sie immer gewartet haben – vorausgesetzt sie wollen eine plumpe Kopie eines jeden Monsterfilms, der letzten Jahre. Statt eines gigantischen Affen, pflückt nun eben ein wolkenkratzerhoher Troll Hubschrauber aus der Luft, während schockierte Menschen ungläubig gen Himmel starren – und auch sonst hat „Troll“ keine eigenen Ideen parat.

Ein in Ungnade gefallene, alter Wissenschaftler, der an seinen Verschwörungstheorien festhält, eine entfremdete Tochter, streng nach Fortschritt agierende Militärs und eine unfähige Regierung, die bis zum letzten Moment kontra gibt und erst dann handelt, wenn es eigentliche schon zu spät ist. Der gesamte Plot ist so alt wie die Legende der titelgebenden Trolle selbst – und die Figuren allesamt stereotype Abziehbilder. Das macht „Troll“ über weite Strecken einfach nur sterbenslangweilig und monoton – trotz Kaiju-Action, norwegische Art! Eines muss man Roar Uthaug lassen: seine Troll-Action sieht ziemlich fantastisch aus. Das großartige Creature-Design fügt sich dank der lebensechten CGI-Effekte organisch in die malerischen Naturaufnahmen des norwegischen Berglands ein und ist zumindest optisch überaus ansprechend geraten. Nur schade, dass es für das Finale dann doch noch in ein austauschbares, dafür aber (aus Budgetgründen?) menschenleeres Großstadt-Setting geht – aber diese Ideenlosigkeit passt ja auch irgendwie ins Bild…

Fazit
Ein ideenloser, uninspirierter und im höchsten Maße langweiliger „King Kong“-Klon – nur eben mit Trollen!
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