Nach dem überraschenden und viel zu frühen Tod des „Black Panther“-Darstellers Chadwick Boseman im Jahr 2020 war die Zukunft des bereits angekündigten zweiten Abenteuers des Königs von Wakanda zunächst ungewiss. Statt den von Boseman verkörperten T’Challa einfach neu zu besetzen, entschied sich Marvel Studios dazu, eine bereits etablierte Figur in den schwarzen Anzug schlüpfen zu lassen, um das Erbe Bosemans aufrechtzuerhalten. Aber geht der Plan auch auf?

Handlung
Nach dem Tod von König T’Challa muss Königin Ramonda (Angela Bassett) zusammen mit Shuri (Letitia Wright), M’Baku (Winston Duke), Okoye (Danai Gurira) und Nakia (Lupita Nyong’o) das Königreich Wakanda vor neuen Bedrohungen schützen. Während sie um ihren Verlust trauern, taucht eine neue Bedrohung aus dem Ozean auf, angeführt von Namor (Tenoch Huerta). Die Wakandaner müssen ihre Kräfte bündeln und neue Allianzen schmieden, um ihr Königreich zu verteidigen und ihre Zukunft zu sichern.

Kritik
Ein Tribut an den verstorbenen Chadwick Boseman! „Black Panther: Wakanda Forever“ verneigt sich tief vor seinem gefallenen Helden und widmet dem damit verbundenen Verlust und der Trauer viel Zeit. Trotz der höchst emotionalen Ausgangslage bleiben die großen Emotionen jedoch aus. Das MCU ist voller emotionaler Abschiede, die nicht selten zu Tränen rühren – „Black Panther: Wakanda Forever“ hält ein ähnliches Gefühl leider nicht parat. Das Problem der emotionalen Distanz zieht sich quasi durch den gesamten Film. Trotz der ausladenden Spielzeit von mehr als zweieinhalb Stunden bleibt das zweite Abenteuer rund um das geheimnisvolle Land Wakanda erstaunlich unspektakulär. Auch wenn in dieser Zeit keine echte Langweilig aufkommt, fühlt sich „Black Panther: Wakanda Forever“ größtenteils unterwältigend und ergebnislos an. Das über die Dialoge verkündete gigantische Ausmaß der Ereignisse und die damit verbundene Epik bleibt lediglich Behauptung und wird zu keinem Zeitpunkt über die Bilder transportiert. Das Versprechen eines epischen Spektakels wird nie eingelöst.

Clash of Cultures – doch wo ist die Kultur? Während der erste Teil noch ein feines Gespür zeigte, wie man sein Publikum in die fremde Welt von Wakanda einzuführen, fehlt der Fortsetzung von diesem Ideenreichtum jede Spur. Nicht nur, dass Wakanda kaum eine Rolle mehr spielt und zum x-beliebigen Fleckchen Erde verkommt, bekommen die Zuschauer*innen kein Gefühl für das neu eingeführte, von Antagonist Namor beherrschte Land in den Tiefen des Ozeans. Die wenigen Einblicke, die „Black Panther: Wakanda Forever“ in die Unterwasserwelt bietet, fallen ähnlich unspektakulär und nichtssagend aus wie der gesamte Film. Ohne Chadwick Boseman als Sympathieträger müssen es eben die andere Darsteller*innen richten. Nur leider eignet sich keiner der Figuren als neuer Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Während Shuri in „Black Panther“ als Sidekick die eine oder anderen Szene noch an sich riss und viele der erneut in Erscheinung tretenden Nebenfiguren in ihren kurzen Momenten überzeugen, leidet „Black Panther: Wakanda Forever“ doch schwer darunter ohne eine richtige Hauptfigur auskommen zu müssen.

Oberfläche Welten, oberflächliche Figuren! Ähnlich unzureichend wie sein Heimatland wird auch Antagonist Namor eingeführt. Trotz nachvollziehbaren Motiven bleibt der Antiheld unbefriedigend eindimensional und hinterlässt keinen bleibenden Eindruck. Und das trifft es eigentlich schon auf den Punkt: „Black Panther: Wakanda Forever“ ist zwar nie ärgerlich schlecht oder stümperhaft in Szene gesetzt, in seiner kompletten Erscheinung aber nie nachhaltig oder denkwürdig. Wenn nach dem Abspann nicht einmal eine Szene – über die beliebige Action haben wir noch gar nicht gesprochen – im Gedächtnis bleibt, spricht das schon Bände.

Fazit
Ein unterweltigendes Spektakel!
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