Terrifier 2

Der brutalste Film des Jahres… schon wieder!? Nach dem taiwanischen Horror-Export „The Sadness“ soll es nun also der jetzt schon zum Kult ernannte „Terrifier 2“ sein, der selbst das hartgesottene Splatter-Publikum an den Rand des Erträglichen führt. Wenn es um Horrorfilme geht, gehört der inflationäre Gebrauch von Superlativen mittlerweile einfach zum Marketing, genauso wie reißerische Geschichten von sich übergebenden und in Ohnmacht fallenden Zuschauer*innen in den Kinosälen. Aber ist auch hier wieder nur alles heiße Luft?

Terrifier 2 ©Tiberius Film

Handlung

Nach seiner unheimlichen Rückkehr wird Art the Clown (David Howard Thornton) erneut zur Bedrohung für die Kleinstadt Miles County. In der Halloween-Nacht nimmt er die junge Sienna (Lauren LaVera) und ihren kleinen Bruder Jonathan (Elliott Fullam) ins Visier. Während Art eine Spur des Grauens hinterlässt, müssen Sienna und Jonathan ihre größten Ängste überwinden, um zu überleben. Die Geschwister stehen einem unaufhaltsamen Albtraum gegenüber, der ihre Tapferkeit und ihren Überlebenswillen auf die Probe stellt.

Terrifier 2 ©Tiberius Film

Kritik

Definiert man Brutalität als möglichst explizite Darstellung von blutigen Schauwerten, dann ist „Terrifier 2“ vielleicht tatsächlich der brutalste Film des Jahres. Doch treibt der Slasher das Publikum wirklich an seine Grenzen und hinterlässt ein unangenehmes Gefühl von Verstörung und Niedergeschlagenheit? Auf gar keinen Fall! Regisseur und Drehbuchautor Damien Leone zelebriert seine überzeichnete Gewalt dermaßen over-the-top und geht dabei noch weiter in die blutigen Details als in seinem Vorgängerfilm, was zur Folge hat, dass die Metzelorgie oft billig und unfreiwillig albern wirkt. Ohne echte Emotionen verpufft das Gezeigte wirkungslos – und macht nur in den seltensten Fällen wirklich Spaß.

Terrifier 2 ©Tiberius Film

Wenn Nicolas Winding Refn seinen Protagonisten in „Drive“ wie im Wahn das Gesicht seines Gegenübers bis zur Unkenntlichkeit zertrümmern lässt, übertrifft diese kurze Gewaltspitze in Sachen Brutalität jede einzelne noch so blutige Splatter-Einlage in „Terrifier 2“ – und davon gibt es viele! Auch wenn „Drive“ in dieser kurzen Szene nicht mal annähernd so explizit ist wie der No-Budget-Slasher in seinen harmlosesten Momenten, ist die dort ausgeübte Gewalt weitaus effektiver. Aber das ist auch nicht weiter schlimm – „Terrifier 2“ versteht sich schließlich als Unterhaltungsfilm und nicht als ernstzunehmende Gewalt-Studie. Nur leider gelingt ihm auch das nicht

Terrifier 2 ©Tiberius Film

Anders als noch im ersten Teil, hat sich Regisseur und Drehbuchautor Damien Leone für seine Fortsetzung tatsächlich dazu entschieden, eine „richtige“ Geschichte zu erzählen. Doch wofür eine Geschichte, wenn er doch gar nichts zu erzählen hat und der dünne Plot lediglich als Bindeglied der ausladenden Splatter-Szenen dient? Die Folge ist eine mit 138 Minuten locker eine Stunde zu lange Schlaftablette, mit schlechten Darsteller*innen, uninteressanten Stereotypen – und eben Splatter. Dabei hatte der diabolisch grinsende Killerclown im Rahmen eines tatsächlich spannenden und unterhaltsamen Films eigentlich das Zeug zur nächsten großen Horror-Ikone! So macht es jedenfalls keinen Spaß!

Terrifier 2 ©Tiberius Film

Fazit

Lieber den kurzweiligen ersten Teil schauen, der ist zwar nicht besser, aber immerhin kurz! 

Bewertung: 1.5 von 5.

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