Heart of Champions

Um die Jahrtausendwende erfreuten sich Sportfilme großer Beliebtheit. Auch heute noch gehören Filme wie der von Oliver Stone inszenierte „An jedem verdammten Sonntag“ oder „Gegen jede Regel“ mit Denzel Washington in der Hauptrolle noch zum Pflichtprogramm für Filmfans – ungeachtet dessen, ob man selbst sportbegeistert ist, oder nicht. Nach weiteren cineastischen Ausflügen in die Welt des Sports mit dem Basketball-Drama „Coach Carter“ oder dem Knastfilm „Spiel auf Bewährung“ wurde es jedoch erstaunlich ruhig um das Genre. Ob „Heart of Champions“ die alte Leidenschaft wieder entfachen kann?

Heart of Champions ©Lighthouse Film

Handlung

Jack Murphy, ein erfahrener Rudertrainer und Armeeveteran, wird von einem Kollegen gebeten, das angeschlagene Team dessen Sohnes Alex (Alexander Ludwig) zu trainieren. Schon bald stellt er fest, wie zerbrechlich die Mannschaft tatsächlich ist. Um ihre Rivalen besiegen zu können, müssen die Teammitglieder lernen, als Einheit zu agieren, ihre individuellen Probleme zu bewältigen und gemeinsam zu wachsen. Murphy setzt alles daran, ihnen Disziplin und Zusammenhalt zu vermitteln.

Heart of Champions ©Lighthouse Film

Kritik

Na, interessiert am Rudersport? Die große Kunst des Filmemachens ist die, ein Thema – egal ob es den Interessen des Publikums entspricht – so aufzuarbeiten, dass es komplett egal ist, ob man nun Vorkenntnisse mitbringt, oder blutiger Anfänger*in ist. Das gelingt „Heart of Champions“ mit Bravour – alles andere dafür aber nur bedingt. Das mit Michael Shannon prominent besetzte Sportlerdrama verliert bei der Vielzahl an Figuren und persönlichen Geschichten nämlich recht schnell den Überblick und verzettelt sich bei der Wahl seiner Protagonist*innen gewaltig.

Heart of Champions ©Lighthouse Film

Ein spannender Vater-Sohn-Konflikt, schmerzhafte Misserfolge, sowohl sportliche als auch privater Natur und wachsende Selbstzweifel. Alex ist ein unglaublich interessanter Charakter mit jeder Menge menschlicher Konflikte – doch statt für ihn interessiert sich das Drama irgendwann nur noch für eine völlig austauschbare Figur und verrennt sich dabei in eine kitschige Romanze des Kalibers Teeniefilm. Charles Melton als Chris lasst dabei auch darstellerisch jegliche Form von Charisma und Facettenreichtum vermissen – beides Punkte, die der zum Nebendarsteller verkommene „Vikings“-Star Alexander Ludwig problemlos auffüllen könnte.

Heart of Champions 2021 ©Lighthouse Film

Mit mehr Fokus auf das Wesentliche wie dem Rudersport selbst und der Figur des in einer Abwärtsspirale gefangenen Alex hätte „Heart of Champions“ das Zeug zum überzeugenden Drama gehabt. So fühlt sich Michael Mailers Film viel zu verfahren und unorganisch an, was das unsinnige Finale nochmal deutlich unterstreicht. Während die Zuschauer*innen rund eineinhalb Stunden zugesehen haben, wie aus einer homogenen Gruppe aus Einzelkämpfern ein echtes Team geformt wird, um als Gemeinschaft zu wachsen, scheint dies am Ende niemanden mehr zu interessieren.

Heart of Champions ©Lighthouse Film

Fazit

Das Sport-Drama lässt vieles von seinem Potenzial liegen!

Bewertung: 2.5 von 5.

Wie hat Dir „Heart of Champions“ gefallen?