Smile – Siehst du es auch?

TitelSmile – Siehst du es auch?
Genre Horror
Jahr2022
FSK16
RegieParker Finn

Kinostart: 29.09.2022

Der gruseligste Film des Jahres?

Die Tage werden kürzer, das Blattwerk verabschiedet sich von seinem satten Grün, um die feurigen Gelb-Orange-Töne willkommen zu heißen und das luftige T-Shirt weicht einem mollig warmen Wollpullover. Für die meisten mag dies das Zeichen dafür sein, dass der Herbst vor der Tür steht – für Horrorfans bedeutet es jedoch viel mehr: Halloween is coming! Passend dazu gibt es mit dem US-amerikanischen Horrorthriller „Smile“ ab kommenden Donnerstag den richtigen Einstand in die schaurigste Zeit des Jahres in den Kinos zu sehen!

Smile ©Paramount Pictures

Und darum geht es…

Dr. Rose Cotter ist zu hundert Prozent für ihre Patienten da. 80-Stunden-Wochen und Extraschichten am Wochenende sind für die Psychiaterin keine Seltenheit. Als ihr ihre neue Patientin Laura anvertraut, dass sie seit wenigen Tagen von einer unheimlichen Bedrohung verfolgt wird und sich anschließend breit grinsend vor ihren Augen die Kehle aufschlitzt, beginnt Rose zunehmend an ihrem Verstand zu zweifeln. Sie beginnt eben jene schrecklichen Dinge zu sehen, von denen auch Laura berichtete, ehe sie sich das Leben nahm. Doch Rose ist nicht bereit, sich demselben Schicksal wie ihre Patienten zu fügen und stellt sich dem Kampf gegen das Böse!

Smile ©Paramount Pictures

Schenk mir ein Lächeln!

Was für ein Auftakt! Wenn Rose das erste Mal mit dem diabolischen Lächeln, das fortan ihren Abstieg in den Wahnsinn begleiten soll, in Berührung kommt, ist das dermaßen unheimlich und nachhaltig verstörend, dass man sich kaum ausmalen möchte, welche Torturen „Smile“ in den kommenden Minuten noch für einen bereithalten wird. Dass gerade die teuflische Grinsefratze der australischen Schauspielerin Caitlin Stasey das Kinoposter von „Smile“ ziert, obwohl sie selbst eigentlich nur eine kleine Rolle einnimmt, ist wenig verwunderlich. Leider kann der gemächlich erzählte Horrorfilm trotz weiterer rar gesäten intensiver Schockmomente nicht mehr an den viszeralen Schrecken der ersten halben Stunde anknüpfen und verliert spätestens im generischen, fast schon ärgerlich überladenen Schlussakt vollständig die Bodenhaftung.

Smile ©Paramount Pictures

Während eine verstörende Geburtstagsüberraschung sowie der vielleicht effektivste Jump Scare der jüngeren Filmgeschichte noch Spuren hinterlassen, lässt „Smile“ auf der erzählerischen Ebene jegliche Raffinesse vermissen. Der Plot kommt immer wieder zum Erliegen, zitiert sich durch bekannte Horror-Klischees und lässt angerissene Motive einfach wieder fallen. So kommt etwa ein kindliches Trauma immer nur dann zum Tragen, wenn es der Geschichte gerade dienlich ist und wirkt dabei eher deplatziert und hinderlich, als dass es „Smile“ um eine tiefergehende Ebene erweitert. Für die üppige Laufzeit von knapp zwei Stunden weiß „Smile“ gerade inhaltlich viel zu wenig zu erzählen.

Smile ©Paramount Pictures

So kalkuliert viele der Jump Scares auch sein mögen, stellen sie letztlich dennoch eine Bereicherung dar. Das könnte daran liegen, dass sich Regisseur Parker Finn auch abseits der gängigen Tricks aus der Horrorkiste großen Wert auf eine atmosphärisch dichte Inszenierung legt, auch wenn diese nicht permanent gehalten werden kann. Dabei unterstützt er Roses Abwärtsspirale auch in Form von außergewöhnlichen Kameraeinstellungen, die die Geschehnisse oft in ungewöhnlich schiefen Bildern einfangen oder sie sogar komplett auf den Kopf stellen. Das aufdringliche Sounddesign unterstreicht dieses Gefühl. Schade nur, dass all das im letzten Drittel zu Gunsten eines mehr als nur generischen CGI-Finales über Board geworfen wird, dass die Zuschauer*innen mehr als unbefriedigt in den Kinosesseln zurücklassen dürfte.

Smile ©Paramount Pictures

Fazit

Auf dem Weg zum nächsten Horror-Highlight verpasst „Smile“ leider die richtige Ausfahrt!

Bewertung: 3 von 5.

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