Matrix Resurrections

Neo ist zurück! Nun lässt sich natürlich darüber streiten, inwiefern die “Matrix”-Trilogie der Wachowski Geschwister nach fast 20 Jahren überhaupt eine Fortsetzung benötigt. Während es im Horrorgenre bereits gang und gäbe ist bekannte Filmreihen wiederzubeleben, um auf der Nostalgie-Welle reitend noch die eine oder andere Mark aus den weit geöffneten Portemonnaies der Fan zu schöpfen, hat “Matrix Resurrections” darüber hinaus zumindest eine plausible Erklärung parat. Nach dem Tod ihrer Eltern war es für Regisseurin Lana Wachowski eine Herzensangelegenheit, zwei von ihr geliebten Figuren neues Leben einzuhauchen. Somit ist das Wiedersehen mit Neo und Trinity nicht nur ein bloßer Cash Grab, sondern auch ihre ganz persönliche Art und Weise, mit ihrem Verlust umzugehen.

Matrix Resurrections ©Warner Bros. Entertainment Inc.

Handlung

Eine Welt, zwei Realitäten: Die eine ist das alltägliche Leben, die andere die versteckte Wahrheit. Mr. Anderson muss herausfinden, ob seine Welt wirklich physisch oder nur ein mentales Konstrukt ist, und um sein wahres Selbst zu entdecken, muss er dem weißen Kaninchen ein weiteres Mal folgen. Neo hat gelernt, dass diese Wahl der einzige Weg ist, um aus der Matrix zu entkommen – oder in sie hineinzutauchen. Das gilt auch dann, wenn alles eine Illusion ist. Neo weiß, was zu tun ist, doch er ahnt nicht, dass die Matrix mächtiger, sicherer und gefährlicher ist als je zuvor.

Matrix Resurrections ©Warner Bros. Entertainment Inc.

Kritik

Das beste und das schlechteste der Original-Trilogie vereint! Wenn “Matrix Resurrections“ in den ersten Minuten mit einer Hommage an den ersten Teil der Reihe glänzen kann, und eine neue Figure der Eröffnungsszene von “Matrix” in einer Art Simulation beiwohnen lässt, ehe sie selbst als Actionheldin aktiv wird, fängt dies den Geist des Meisterwerks aus dem Jahr 1999 gekonnt ein und überzeugt mit einer ästhetischen wie atemberaubenden Actionsequenz. Auch wenn sich der Plot im Anschluss als einziger großer Meta-Kommentar aufbaut, kann man Lana Wachowskis Vision noch erkennen. Sobald sich Neo jedoch ein weiteres Mal für die rote Pille entscheidet, verrennt sich der vierte “Matrix”-Ableger in eine wirre, überfrachtete und langatmige Geschichte, was bereits „Matrix Revolutions“ schwer zu schaffen machte. Ab hier soll es das dann auch für lange Zeit mit guten Ideen gewesen sein…

Matrix Resurrections ©Warner Bros. Entertainment Inc.

“Matrix Resurrections“ ist überladen mit Exposition. Während die erneute Heranführung an die Thematik bereits von Erklärungen dominiert wird, dabei aber, wie eingangs erwähnt, großen Spaß macht und auf einen interessanten Plot hoffen lässt, ist Neos Rückkehr in die “echte” Welt der Startschuss für noch mehr Exposition. Erst wenn sich Neo und Trinity für das große Finale erneut zusammentun und sich dabei durch selbstmörderische Bots prügeln, findet “Matrix Resurrections“ wieder seine Mitte und lässt die vorangegangene unfokussierte Stunde ein wenig in Vergessenheit geraten. Abgesehen vom starken Auftakt und dem unterhaltsamen Schlussakt wirkt die Action über weite Strecken sehr beliebig und hinterlässt kaum nennenswerte Akzente. Daran ändert auch der gut aufgelegte Cast, bestehend aus der Neuzugängerin Jessica Henwick, dem sichtlich gut aufgelegten Yahya Abdul-Mateen II als neuem Morpheus und den alten Hasen Keanu Reeves und Carrie-Anne Moss nichts.

Matrix Resurrections ©Warner Bros. Entertainment Inc.

Fazit

Auf den starken Auftakt folgt die Ernüchterung…

Bewertung: 2.5 von 5.

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