Seit das „Wizarding World“-Franchise seine kindliche Leichtigkeit verloren hat, büßte die Welt der Zauberer und Hexen auch viel von ihrer Magie ein. Schon der „Harry Potter“-Reihe ging nach dem vierten Abenteuer spürbar die Puste aus. Die krampfhafte Ernsthaftigkeit wirkte sich von Film zu Film zunehmend negativ auf die filmische Qualität aus – ein Schicksal, das auch die Prequels bereits nach dem noch passablen “Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind” erfahren mussten. Auch wenn sich “Phantastische Tierwesen: Dumbledores Geheimnis” nach dem völlig missratenen zweiten Teil wieder etwas fangen kann, ist auch der dritte Ableger rund um die magischen Tierwesen alles andere als ein runder Film geworden.

Handlung
Professor Albus Dumbledore ist sich darüber im Klaren, dass der mächtige dunkle Zauberer Gellert Grindelwald die magische Welt unter seine Kontrolle bringen will. Da er ihn nicht alleine stoppen kann, beauftragt er den Magizoologen Newt Scamander und eine mutige Gruppe von Zauberern, Hexen und einem tapferen Muggel-Bäcker mit einer riskanten Mission. Auf dieser treffen sie auf fantastische Tierwesen, sowohl bekannte als auch neue, und müssen sich gegen Grindelwalds wachsende Gefolgschaft behaupten. Aber wie lange kann Dumbledore im Hintergrund bleiben, wenn so viel auf dem Spiel steht?

Kritik
Von allem zu viel! Der Plot gleicht über weite Strecken einem Flickenteppich, ehe sich die einzelnen Handlungsstränge für das Finale doch noch zu einem einigermaßen organischen Ganzen verknüpfen. Bis dahin herrscht jedoch ziemliches Chaos. Eine Vielzahl an Figuren und Schauplätzen werden abgeklappert, ohne eine klare Linie zu verfolgen. Dadurch bekommt letztlich keiner der Charaktere, die allesamt wie Nebenfiguren behandelt werden, genügend Raum, um eine tiefergehende Geschichte zu erzählen. “Phantastische Tierwese: Dumbledores Geheimnis” fühlt sich wie mehrere Filme an, die ohne eine explizite Vision in einen Topf geworfen wurden – und der Leidtragende ist der Unterhaltungswert. Dabei verfolgt die Fortsetzung eigentlich ein paar durchaus interessante Ansätze, die jedoch allesamt nicht auserzählt werden. Durch die schwankenden Gefühlslagen, die der Film durchlebt, entsteht darüber hinaus ein tonales Ungleichgewicht, das die vorherrschende Heterogenität noch einmal unterstreicht.

Demgegenüber gelingen David Yates dafür immer wieder eindrucksvolle Szenen wie das visuell überaus ansprechende Duell zwischen Credens und Dumbledore oder dem „Attentat“ bei einem Bankett, samt anschließender Flucht per Portschlüssel. Goodbye Johnny! Nach der öffentlichen Schlammschlacht zwischen Johnny Depp und Amber Heard trennte sich Warner Bros. Entertainment von dem ehemaligen “Fluch der Karibik”-Star, um die Rolle des Antagonisten Grindelwald neu zu besetzen. Mit dem neuen Gesicht Mads Mikkelsen ändert sich auch der Look des Dumbledore Widersachers. Dieser fügt sich nun wesentlich organischer in das düstere Setting, auch wenn Mikkelsen selbst nicht viel mehr zu tun bekommt als vor ihm noch Depp. Auch wenn “Phantastische Tierwesen: Dumbledores Geheimnis“ definitiv einen kleinen Schritt in die richtige Richtung geht, bleiben immer noch zu viele Baustellen, als dass man hier von einem gelungenen Film sprechen könnte. Der gesamten Prequel-Reihe fehlt es dafür einfach an einem übergeordneten Plan und Kohärenz.

Fazit
Besser, aber immer noch nicht gut!
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