In 2013 avancierte sich die mexikanische Komödie „Die Kinder des Señor Noble“ in Lateinamerika schnell zum absoluten Kinohit und einem der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Das Konzept eines reichen Mannes, der seinen verzogenen Kindern eine Lektion erteilen möchte, lässt sich leicht auf jede andere Kultur übertragen und so entschied sich der französische Regisseur Nicolas Cuche, die Handlung in seine Heimat zu verlagern. Mit „Meine schrecklich verwöhnte Familie“ erscheint nun bald sein Remake des Überraschungserfolgs aus Mexiko auf dem deutschen Heimkinomarkt.

Handlung
Philippe, Stella und Alexandr mussten sich nie um Geld oder die eigene Zukunft Gedanken machen. Mit einem Vater wie dem erfolgreichen Unternehmer Francis Bartek ist schließlich keine Anschaffung zu teuer und die eigene berufliche Laufbahn Nebensache. Francis stößt die fehlende Eigenverantwortung seiner verzogenen Kinder sauer auf. Diese sind schließlich bereits Mitte zwanzig und haben keinerlei Lebenserfahrung. Um seine Familie wieder zusammenzuschweißen und zu zeigen, wie das richtige Leben aussieht, fingiert er kurzerhand eine Polizeirazzia wegen einer fiktiven Veruntreuung und flüchtet gemeinsam mit seien Kindern in sein altes, heruntergekommenes Elternhaus, wo er einst selbst ohne Perspektive aufgewachsen ist. Das bedeutet für Philippe, Stella und Alexandr das erste Mal körperliche Arbeit und Verantwortung zeigen!

Kritik
Es gibt wahrlich Schlimmeres, als mit dem goldenen Löffel im Mund geboren zu werden. Was man daraus macht, ist dann natürlich eine andere Frage. In „Meine schrecklich verwöhnte Familie“ holt Francis seinen versnobten Nachwuchs zurück auf den Boden der Tatsachen, während sich das Publikum an gut aufgelegter Unterhaltung erfreuen kann. Die ist zwar voll mit Klischees und oberflächlicher Sozialkritik, die kaum von Relevanz und daher fast schon kindlich naiv wirkt – Spaß macht die Komödie trotzdem.

Das liegt vor allem an den liebenswerten Figuren, denen bei all ihren Makeln, wie für das Genre üblich, natürlich ein guter Kern innewohnt und dem charmanten Cast. „Meine schrecklich verwöhnte Familie“ kommt mit einer typisch französischen Leichtigkeit daher und vermittelt dabei seichte Comedy-Unterhaltung, die niemandem weh tut. Nicolas Cuches Familienfilm ist sicherlich kein Pflichtprogramm, dafür aber das perfekte Wohlfühl-Kino für einen regnerischen Sonntagnachmittag.

Fazit
Kurzweilige Komödie aus Frankreich!
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