Uncharted [2022] Kritik

Was lange währt, wird endlich gut – oder auch nicht. Computerspielverfilmungen sind schon eine Sache für sich. Die wirklich guten, auf einer beliebten Spielereihe basierenden Realverfilmungen kann man trotz hoher Veröffentlichungsfrequenz an einer Hand abzählen. Wenn dann noch eine erschwerte Produktionsgeschichte wie im Fall von “Uncharted” zum eh schon vorbelasteten Computerspiel-Hintergrund dazukommt, ist das kein gutes Omen. Nach einer 14-jährigen Entstehungsphase mit unzähligen Regie- und Darstellerwechseln nahm schließlich der „Venom“-Regisseur Ruben Fleischer die Zügel für die Adaption der Abenteuerspiele die Hand. Das Ergebnis bestätigt die Befürchtungen…

Uncharted ©Sony Pictures

Handlung

Als Waisenkind ist der heute erwachsene Nathan Drake immer schon ein Einzelgänger. Einzig sein Bruder Sam stand ihm treu zur Seite. Seitdem dieser den jüngeren Nathan im Teenageralter auf der Flucht vor den Behörden zurückließ, hat Nathan jedoch kein richtiges Verhältnis mehr zu ihm. Als der Abenteurer und Schatzjäger Victor „Sully“ Sullivan eines Tages vor seiner Tür steht und von den Expeditionen berichtet, die er in den vergangenen Jahren mit Sam unternommen hat, wittert Nathan eine Chance, seinen nun seit längerer Zeit komplett verschollenen Bruder wiederzusehen. Sully ist auf der Suche nach dem milliardenschweren, verschwundenen Goldschatz des Entdeckers Ferdinand Magellan – eben jenem legendären Gold, von dem Sam und Nathan in ihrer Kindheit immer gesprochen haben. Grund genug für Nathan, sich dem nicht immer ganz integren Mann anzuschließen.

Uncharted ©Sony Pictures

Kritik

Wenn Fanliebe toxisch wird. Der Aufschrei aus den Reihen der eingefleischten “Uncharted”-Fans war groß: Tom Holland sei viel zu jung und passe auch rein optisch überhaupt nicht zum Spiele-Helden Nathan Drake. Darüber hinaus hätte sein Co-Star Mark Wahlberg sowieso viel besser in die Rolle gepasst. So oder so ähnlich hieß es, als erst der Cast und später der erste Trailer des Abenteuerfilms veröffentlicht wurde. Worüber man sich als Kenner der Vorlage immer aufregen kann, ist schon erstaunlich. Egal wie frei die Adaption der Spielereihe auch sein mag – abweichendes Aussehen und das Alter der Protagonisten ist keines der Probleme, die “Uncharted” mit sich bringt. Da gibt es nämlich viele andere…

Uncharted ©Sony Pictures

Nein, “Uncharted” ist nicht unsäglich schlecht oder zum Haare raufen ärgerlich. Er macht nur einfach keinen Spaß! Abgesehen von einer kreativen Verfolgungsjagd mit zwei antiken Schiffen in schwindelerregender Höhen (Stichwort: Transportflugzeug) bietet die Spieleverfilmung erstaunlich wenig abenteuerliche Momente und stattdessen umso mehr unlustige Buddy-Comedy ohne Chemie. Mark Wahlberg lässt sein natürliches Charisma, für das er bekannt ist, größtenteils vermissen, während es Tom Holland versäumt, seinem Protagonisten auch nur einen Hauch von Persönlichkeit zu verleihen. Außerhalb des MCU scheint es dem “Spider-Man”-Star spürbar schwer zu fallen, nachhaltige Akzente zu setzen. Dafür macht Tati Gabrielle als Widersacher mit ordentlich Bad-Ass-Vibes ziemlichen Spaß und stellt den eigentlichen Antagonisten – in einer verschwindend kleinen Rolle von Antonio Banderas verkörpert – locker in den Schatten. Immerhin ein kleiner Lichtblick.

Uncharted ©Sony Pictures

Fazit

Dem Popcornfilm fehlt es an Spaß!

Bewertung: 2 von 5.

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