Sommer, Sonne und Strand. Dass es sich in Italien hervorragend Urlaub machen lässt, ist unlängst bekannt. Im düsteren Thriller „Mad Dog – Am Abgrund des Bösen“ ist von diesem erholsamen Ferien-Ambiente jedoch nicht mehr viel zu spüren. Doch kann der italienische Genrefilm dem direkten Vergleich mit den viele hundert Kilometer nördlich der Mittelmeerküste entlegenen skandinavischen Kriminalgeschichten standhalten?

Handlung
Nach einem Rave in der Provinz in der Toskana sind zwei Teenager spurlos verschwunden. Einer davon ist Luca, der Sohn von Capitano Rio, einem Mann, der bei seiner akribischen Polizeiarbeit stets streng nach Vorschrift handelt. Die nicht immer legalen Methoden seines weisungsgebundenen Leutnants Meda sind dem Gesetzeshüter ein Dorn im Auge. Der will nämlich auch noch, nachdem der Fall scheinbar gelöst ist, auf eigene Faust weiter ermitteln. Dabei ist die Situation eigentlich klar und die Beweise eindeutig. Die Teenager wurden von einem bekannten Serientäter entführt, Luca konnte sich nach einigen Tagen befreien und seine Begleitung wurde ermordet. Selbst der Täter wurde überführt, stürzte sich bei der Festnahme aber aus dem Fenster und starb. Doch Meda hat Zweifel…

Kritik
Ein italienischer Genrefilm, ganz ohne Urlaubs-Feeling. Vom südländischen Flair der Toskana ist in „Mad Dog – Am Abgrund des Bösen“ wenig zu spüren. Düstere Bilder, entsättigte Farben und heruntergekommene Settings. Für die Inszenierung seiner Kriminalgeschichte reißt Regisseur Vincenzo Alfieri gedanklich weit in den Norden Europas und orientiert sich dabei am Flair des skandinavischen Krimi-Kinos. Leider lässt „Mad Dog – Am Abgrund des Bösen“ dabei sämtliche Stärken des Nordic-Noir-Films links liegen und bleibt trotz des wertigen Looks größtenteils frei von Atmosphäre und Spannung – und das hat diverse Gründe.

Eine Entführung, ein ungelöster Fall und ein gebrochener Ermittler. „Mad Dog – Am Abgrund des Bösen“ rezitiert sich quasi einmal querbeet durch das Genre-Einmaleins und lässt neben erzählerischer Qualität auch eigene Ideen vermissen. Da hilft es auch nichts, dass die bemühten Darsteller*innen mit aller Kraft versuchen, gegen das miese Skript anzukämpfen. Auch sie müssen sich den hölzernen Dialogen und den stereotypen Figuren geschlagen geben. Was bleibt ist ein überraschungsarmer Kriminal-Plot ohne klare Linie auf dem Niveau einer schwächen „Tatort“-Episode – nur eben im düsteren Thriller-Gewand.

Fazit
Ein Nordic-Noir-Films aus dem Süden? Funktioniert leider nicht…
Wie hat Dir „Mad Dog: Am Abgrund des Bösen“ gefallen?

