Dass das Erzählen von düsteren Geschichten über kaltblütige Psychopathen zu den Kernkompetenzen des südkoreanischen Films gehört, dürfte mittlerweile jedem Filmfan bekannt sein. Das Langfilmdebüt des Regisseurs Mo Hong-jin bildet da keine Ausnahme. Im Serienkiller-Thriller „Missing You – Mein ist die Rache“ treffen klassische Motive des Genres auf eine entschleunigte Rache-Geschichte – nur das Drehbuch trübt den Sehgenuss an manchen Stellen.

Handlung
Als der Serienkiller Ki-bum vor 15 Jahren inhaftiert wurde, konnte man ihm offiziell nur einen einzigen Mord nachweisen. Der Vater der damals 7-jährigen Hee-ju ist eines der Opfer, für deren Ermordung es nicht genügend Beweise gab, um Ki-bum zum Tode zu verurteilen. Heute ist der Ex-Sträfling ein freier Mann, doch die örtlichen Ermittler haben weiterhin ein Auge auf ihn. Auch die zwischenzeitlich erwachsene Hee-ju hat den Killer im Visier und giert nach Vergeltung. Als plötzlich weitere grausame Morde in Ki-bums Umfeld geschehen, ist dies der Startschuss für ein blutiges Katz-und-Maus-Spiel…

Kritik
Überforderte Ermittler, eine nach Vergeltung dürstende Angehörige und ein eiskalter Killer! Mit den großen Ambitionen, mehr als „nur“ ein spannendes Porträt eines Serienmörders abzubilden, hat sich „Missing You – Mein ist die Rache“ leider ein wenig übernommen. Dabei macht der Thriller zunächst eigentlich alles richtig. Die atmosphärischen Bilder sorgen von Anfang an für eine bedrückende Stimmung und die interessanten Figuren machen Lust auf mehr. Bedauerlicherweise wird die eigentliche Prämisse mit fortlaufender Handlung immer weiter an den Rand gedrängt, um parallel noch einen Kriminal-Plot, eine Rache-Geschichte und einen weiteren Handlungsstrang – der an dieser Stelle nicht verraten werden soll – zu erzählen. Der ständige Wechsel zwischen den Erzählsträngen fühlt sich in den seltensten Fällen organisch an und nimmt dabei immer wieder etwas von der mühsam aufgebauten Spannung heraus. Hier hätte man gut und gerne auf zwei Handlungsstränge verzichten können und sich stattdessen auf den blutrünstigen Ki-bum und die Rache der jungen Hee-ju konzentrieren sollen.

Stattdessen verfolgt das Skript keine gerade Linie und schenkt allen Ereignissen dieselbe Gewichtung – entfalten kann sich dadurch keine so richtig. Auch mit der Logik will es das Drehbuch nicht immer so genau nehmen, was immer wieder zu Irritationen seitens des Publikums führt. Dass „Mission You“ letztlich doch noch funktioniert, liegt zum einen an der kompromisslosen Härte und der atmosphärischen Inszenierung, vor allem aber an dem spielfreudigen Cast – allen voran Kim Sung-oh als Killer Ki-bum. Dieser erweist sich alleine schon optisch als wahrer Glücksgriff. Mit seinem markanten Gesicht und dem ausgemergelten, sehnigen Körper strahlt er eine beunruhigende Bedrohlichkeit aus. Das in Kombiniert mit seiner beeindruckenden Performance, hinterlässt definitiv einen bleibenden Eindruck!

Fazit
Solides Spannungs-Kino aus Südkorea!
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