Not okay [2022] Kritik

Makellose Gesichter, perfekte Körper und beneidenswerte Lebensstile. Es gibt vermutlich keinen besseren Ort, an dem man sich selbst so glamourös in Szene setzen kann, wie die sozialen Medien. Doch die Wahrheit hinter der perfekten Fassade ist oft eine ganz andere. Dank unzähligen Apps und Filtern, benötigt man zwischenzeitlich nicht einmal mehr große Grafikdesign-Skills, um ganz normale menschliche Makel verschwinden zu lassen und sich als Perfektion auf zwei Beinen zu inszenieren. Social Media ist fake – und „Not Okay“ drückt den Finger unverblümt in die Wunde!

Not Okay ©Searchlight Pictures

Handlung

Als Schriftstellerin wird Danni Sanders nicht die Aufmerksamkeit zuteil, die sie sich gerne wünscht. Doch das kann sich nun ändern: Als sie auf ihrem Social Media Profil eine Reise nach Paris fingiert und nur wenige Minuten nach ihrem letzten Post an genau dem Ort, an dem sie sich markiert hat, ein Terroranschlag stattfindet, bekommt sie plötzlich aus allen Ecken Gehör. Um den neugewonnenen Trubel um ihre Person aufrechtzuerhalten, spinnt sie ihr Lügengeflecht weiter aus und manövriert sich dabei mehr und mehr in eine aussichtslose Situation – bis zur bitteren Enthüllung!

Not Okay ©Searchlight Pictures

Kritik

Die kleinen Einblicke, die Influencer*innen ihrer Followerschaft in Form von Fotos und Videos gewährt, gaukeln meist eine perfekte Welt vor. Doch die Realität spielt sich zwischen den Postings über kostspielige Reisen und delikaten Speisen ab – so auch bei Danni, die sich immer tiefer in ihr Netz aus Lügen verstrickt, bis es irgendwann kein Zurück mehr für sie gibt. Dabei fängt alles so harmlos an. Bis zu dem Punkt, an dem die erfolglose Autorin sich als Überlebende eines Terroranschlags ausgibt, kann man ihr nicht einmal böse sein. Ab dann tut „Not okay“ aber richtig weh – und das soll er auch!

Not Okay ©Searchlight Pictures

Die Social-Media Satire liefert genau das richtige Maß an Bissigkeit und neben dem grundsätzlich heiteren Tonfall auch wohl dosierte emotionale Momente, die ihre Wirkung nicht verfehlen. Auch wenn sich „Not Okay“ über weite Stecken wie eine seichte Komödie anfühlt, brodelt es stets unter der vermeintlich heiteren Oberfläche. Das ist unglaublich unangenehm und sorgt immer wieder für Fassungslosigkeit. Dabei macht Regisseurin Quinn Shephard zum Glück nicht den Fehler, Danni als Sympathieträgerin darzustellen und vermeidet es, im Finale bekannten Komödien-Klischees zu verfallen. Das alles macht „Not Okay“ zu einer leichtfüßigen Satire mit hohem Unterhaltungswert, tollen Darsteller*innen und dem nötigen Biss!

Not Okay ©Searchlight Pictures

Fazit

Eine bitterböse Social-Media Satire!

Bewertung: 4 von 5.

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