Das Piano [1993] Kritik

Die neuseeländische Regisseurin und Drehbuchautorin Jane Campion ist nicht gerade dafür bekannt, den Markt mit unzähligen Werken zu überfluten und setzt bei ihren Produktionen vielmehr auf Qualität statt Quantität. Bevor die Neuseeländerin im vergangenen Jahr mit ihrem außergewöhnlichen Western-Drama “The Power of the Dog” – für den sie mit dem Oscar® für die “Beste Regie” geehrt wurde – für Aufsehen sorgte, ließ sich Campino gerne Zeit zwischen ihren Regiearbeiten. Das ist vermutlich auch der Grund dafür, weshalb ihr Name für das Mainstream-Publikum größtenteils fremd sein dürfte. Um dies zu ändern, bringt der Filmverleih Studiocanel mit “Das Piano”, beflügelt vom Hype um den Oscar®-Film “The Power of the Dog”, einen ihrer größten filmischen Erfolge erneut in einer 4K-restaurierten Fassung auf den Heimkinomarkt.

Das Piano ©Studiocanal

Handlung

Neuseeland im 19. Jahrhundert: Gemeinsam mit ihrer Tochter Flora verlässt die stumme Ada ihre Heimat in Europa, um ein neues Leben im neuseeländischen Dschungel zu beginnen. Nach einer arrangierten Ehe mit dem ihr völlig fremden Alisdair Stewart, trifft sie dort das erste Mal auf ihren Gatten und muss sich erst einmal in dieser neuen Situation zurechtfinden. Zuflucht findet die introvertierte Frau in der Musik. Ihr wichtigstes Hab und Gut ist ein Piano, das sie aus Europa mitgebracht hat und wie ihren Augapfel hütet. Als Stewart das Instrument an den Nachbarn Baines veräußert, einigt sich Ada mit diesem darauf, ihm den Umgang damit zu lehren. Doch Baines eigentliche Intention ist nicht das Spielen selbst, sondern Zeit mit der schönen Ada zu verbringen. Als er ihr die Möglichkeit anbietet, sich das Piano gegen gewisse Gefälligkeiten Stück für Stück zurückzukaufen, willigt sie ein – nicht ahnend, welche Folge dies für ihre Gefühlswelt hat…

Das Piano ©Studiocanal

Kritik

Unter Cineasten ist Jane Campion längst keine Unbekannte mehr. Ihr 1993 erschienenes, mit diversen Auszeichnungen geehrtes Drama „Das Piano“ gilt bereits heute als moderner Klassiker und hat auch fast 20 Jahre nach seiner Veröffentlichung immer noch kein Stück von seinem Glanz verloren. Der zeitlose Film erzählt eine einfühlsame und bewegende Geschichte über Leidenschaft, Liebe, Sex und Eifersucht in der Prüderie des viktorianischen Zeitalters. Der namhafte Cast, bestehend aus Holly Hunter, Harvey Keitel, Sam Neill und der jungen Anna Paquin, brilliert durch die Bank mit herausragendem Schauspiel, allen voran Hauptdarstellerin Holly Hunter als Ada. Die US-amerikanische Darstellerin spielt die stumme Frau mit einer unglaublich ausdrucksstarken Mimik, die mehr ausdrückt als tausend Worte.

Das Piano ©Studiocanal

Dank der brillanten Kompositionen aus der Feder von Michael Nyman wird das emotionale Schauspiel der Stars auch auf der musikalischen Ebene weitergetragen. Die sanften Piano-Klänge sorgen immer wieder für intensive Gänsehautmomente und erzählen eine ganz eigene Geschichte. Das macht “Das Piano” gleichermaßen zu einem Hör- und Sehgenuss. Dabei ist es wahrlich ein Segen, dass die interessierten Zuschauer*innen die wunderschön fotografierten Bilder nun auch endlich in einer restaurierten 4K-Fassung in voller Pracht erleben können. Für all diejenigen die bisher versäumt haben sich diese Perle anzusehen, genau der richtige Zeitpunkt dies endlich nachzuholen!

Das Piano ©Studiocanal

Fazit

Ganz großes Schauspiel-Kino!

Bewertung: 4 von 5.

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