Als sich Action-Star Arnold Schwarzenegger im Jahr 1987 mit einem – im wahrsten Sinne der Wortes – bis an die Zähne bewaffneten außerirdischen Jäger messen musste, war dies die Geburtsstunde eines der ikonischsten Monstern der Filmgeschichte – dem Predator. Trotz diversen filmischen Ausflüge in die Welt des Weltraum-Jägers, erreichte keines der Pre- und Sequels auch nur annähernd die Qualität des bis heute uneingeschränkt empfehlenswerten ersten Teils heran. Zwischenzeitlich ist die Figur selbst größer als die eigentlichen filmischen Werke. Umso erstaunlicher, dass beim jüngsten Ableger des „Predator“-Franchise auf den prestigeträchtigen Namen im Titel verzichtet wird. Im schlicht als „Prey“ betitelten Action-Abenteuer erfährt das eingestaubte Franchise nun endlich eine Frischzellenkur – und hebt sich dabei nicht nur was die Namensgebung angeht von (fast) allen anderen Anlegern ab.

Kritik
Wie 1987, nur mit Pfeil und Bogen! Wer sich bei den ersten Bildern und der Inhaltsangabe zum jüngsten „Predator“-Ableger gefragt hat, wo den bitte der Geist des Action-Klassikers abgeblieben ist, soll hiermit beruhigt sein: „Prey“ ist mehr „Predator“ als jeder andere Film seit dem Original und überrascht obendrauf noch mit den kreativsten und spaßigsten Kills von allen Filmen der Reihe – Teil 1 eingeschlossen. Wer bei der Zweckentfremdung einer Bärenfalle als tödliches Wurfgeschoss oder dem Einsatz eines messerscharfen Schildes nicht von Freude quiekt, ist sowieso im falschen Film.

Bei all den Parallelen – angefangen beim erzählerischen Aufbau, bis zur taktischen Kriegsführung als einzige Möglichkeit der Verteidigung – ist „Prey“ doch erfrischend anders und keinesfalls eine reine Kopie. Mit den Neuerungen ist nicht mal der feministische Ansatz gemeint, der nie wirkt als wolle man ihn dem Publikum dick aufs Brot schmieren, sondern die komplett neuen Möglichkeiten, die das im 18. Jahrhundert angesiedelte Setting mit sich bringt. Abgesehen von einigen eher dürftig animierten CGI-Tier Attacken, ist “Prey” mit den atemberaubenden Naturaufnahmen definitiv was fürs Auge. Auch das Creature Design des Predators macht optisch wieder einiges her und erfährt im 7. Teil der Reihe ein an die Epoche angepasstes up- oder in diesem Fall besser gesagt downgrade.

Wer hätte gedacht, dass sich die Reihe nach der zähen Schlaftablette „Predators“ und dem unterirdischen „Predator: Upgrade“ noch einmal rehabilitieren kann. “Prey” glänzt mit einem einwandfreien dramaturgischen Spannungsbogen, atmosphärischem Monster-Horror und unglaublich unterhaltsamer und abwechslungsreicher Action. So gibt es neben den blutigen Slasher-Szenen des Predators auch schön choreographierte Nahkämpfe. Das alles macht “Prey” zu einem kurzweiligen 90-Minüter, der in Zeiten von unnötig aufgeblasen Blockbuster angenehm heraussticht. Mehr davon bitte!

Fazit
Endlich ein würdiger „Predator“-Nachfolger!
Wie hat Dir „Prey“ gefallen?

