The Outlaws | Film – Kritik: Südkorea lässt die Fäuste sprechen

Wenn der Cop-Thriller wieder weh tut

Hollywood galt viele Jahre als ein zuverlässiger Quell abwechslungsreicher Thriller-Kost. In den letzten Jahren ist es jedoch verdächtig still um das US-amerikanische Spannungskino geworden. Die Zeiten großer Klassiker des Serienkillerfilms („Sieben“), Actionthrillers („Face/Off“) oder Gangsterfilms („Reservoir Dogs“) aus dem Land der Stars and Stripes scheinen vorbei. Doch zum Glück gibt es da das südkoreanische Kino, das seit den gigantischen Erfolgen des Oscar®-Gewinners „Parasite“ und der Netflix-Serie „Squid Game“ endlich breiter in der westlichen Welt angekommen ist. „The Outlaws“ ist einer dieser Südkorea-Importe, den man sich als Fan von harten Cop-Thrillern nicht entgehen lassen sollte. Nicht, weil der Film das Genre neu erfindet, sondern weil er genau weiß, wie man alte Zutaten mit genug Wucht, Tempo und einer ordentlichen Respektschelle wieder frisch wirken lässt.

The Outlaws ©Busch Media Group

Ma Seok-do ist Polizist in Seoul und hält die kriminellen Strukturen seines Bezirks mit einer Mischung aus Erfahrung, Pragmatismus und sehr schweren Händen unter Kontrolle. Die örtlichen Gangs wissen, woran sie bei ihm sind: Solange bestimmte Grenzen nicht überschritten werden, bleibt die Lage halbwegs beherrschbar. Das ändert sich, als der brutale chinesische Gangster Jang Chen mit seinen Männern auftaucht und beginnt, die bestehenden Machtverhältnisse gewaltsam zu verschieben. Plötzlich eskalieren Schutzgelderpressung, Messerstechereien und Bandenkriege. Ma Seok-do muss handeln, bevor sein Bezirk endgültig im Blut versinkt – und zimperlich war er ohnehin noch nie.

The Outlaws ©Busch Media Group

Ma Dong-seok verteilt keine Verwarnungen

Brutale Gangster vs. knallharte Ermittler! „The Outlaws“ überzeugt als klassischer Cop-Thriller im Gangster-Milieu und liefert trotz bekannter Motive kurzweilige Unterhaltung mit hohem Coolness-Faktor. Trotz der kompromisslosen, düsteren Inszenierung bleibt der Spaß dabei nie auf der Strecke. Das liegt vor allem an „Eternals“-Star Ma Dong-seok als charismatischem Ermittler, der gerne mal einen über den Durst trinkt und nicht an wuchtigen Respektschellen geizt, die sein Gegenüber in guter alter Bud-Spencer-Manier schon mal kurzerhand schlafen legen können. Neben diesen Slapstick-Momenten sorgen auch die spaßigen Dialoge immer wieder für humoristische Auflockerung.

The Outlaws ©Busch Media Group

Die wohldosierte Action macht keine Gefangenen und wirkt stets ordentlich choreografiert und gefilmt. Das gilt eigentlich auch für den gesamten Film. „The Outlaws“ kommt mit schickem Look und für die jeweils gewünschte Stimmung zuträglicher musikalischer Untermalung daher. Leider dreht sich der Plot ab einem gewissen Punkt ein wenig im Kreis und tritt lange Zeit auf der Stelle. Hier hätte eine Straffung der Handlung vermutlich Abhilfe geschaffen und den Unterhaltungsfaktor noch weiter in die Höhe getrieben. Am durchweg positiven Gesamteindruck ändert das jedoch kaum etwas. Dafür sitzt die Mischung aus harter Gangstergewalt, trockener Komik und schnörkelloser Polizeiarbeit zu gut.

The Outlaws ©Busch Media Group

Fazit

„The Outlaws“ ist ein sehenswerter Cop-Thriller aus Südkorea, der bekannte Gangsterfilm-Motive mit harter Action, trockenem Humor und einem großartigen Ma Dong-seok veredelt. Nicht immer straff erzählt, aber wuchtig, cool und deutlich unterhaltsamer als viele glatte Hollywood-Thriller.

Bewertung: 3.5 von 5.