Heimat ist ein komplexes Konzept, das tiefe Gefühle der Verbundenheit, Identität und Zugehörigkeit hervorruft. In „Blue Bayou“ wird diese zentrale Bedeutung auf herzzerreißende Weise erkundet, indem er das Publikum in die emotionalen Tiefen eines Mannes eintauschen lässt, der mit der Bedrohung seiner Heimat konfrontiert ist. Eine Geschichte, die dazu einlädt, über die Bedeutung von Heimat und Familie nachzudenken, während sie die Komplexität der menschlichen Bindungen in den Vordergrund stellt.

Handlung
Antoine LeBlanc wurde zwar in Südkorea geboren, doch seit der Adaption durch seine US-amerikanischen Zieheltern wuchs er in einem Städtchen in Louisiana auf. Heute ist er ein glücklicher erwachsener Mann mit einer bildschönen Frau und einer bezaubernden Stieftochter, die ihn über alles liebt. Doch sein Leben lief nicht immer so rund, was ihm nach einem unglücklichen Vorfall mit der Polizei teuer zu stehen kommt. Aufgrund seiner Vorstrafen soll der längst geläuterte und rechtschaffende Antoine abgeschoben werden – nach Südkorea, einem Land, mit dem ihn nichts verbindet bis auf seine Geburtsurkunde.

Kritik
„Blue Bayou“ ist einer dieser kleinen Indie-Perlen, die sich aus der generischen Masse aus hochglanzproduzierten Filmen mit den immergleichen Bildern und den immergleichen Geschichten abhebt. Das fängt schon beim wunderbaren Look an, der mit seinen verwaschenen, schön fotografierten Bildern sein Publikum in ein wohliges Gefühl aus Wärme bettet. Denn liebenswerten Figuren dabei nicht zu verfallen ist beinahe unmöglich.

Die starken Darsteller*innen – u.a. Alicia Vikander und Regisseur Justin Chon – hauchen den fein gezeichneten Charakteren viel Leben ein und legen damit den Grundstück für eine authentische Familiengeschichte mit viel Herz. Auch wenn „Blue Bayou“ nach der ersten Hälfte – solange bietet das Abschiebe-Drama vornehmlich warmherziges Feel-Good-Kino – etwas von seiner Qualität einbüßen muss und sich gegen Schluss doch noch das eine oder andere Klischee einschleicht, sollte man sich diesen Geheimtipp nicht entgehen lassen.

Fazit
Liebenswert Figuren in einem schön fotografierten Drama!
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