Ein guter Psychothriller ist wie ein kunstvoll gewebtes Netz, das das Publikum mit auf eine fesselnde Reise nimmt, die von subtiler Unruhe bis hin zu unerbittlicher Spannung reicht. Das Erfolgsgeheimnis dieses Genres liegt in der Fähigkeit, nicht nur Ängste zu schüren, sondern auch die tiefsten Sehnsüchte, geheimsten Wünsche und finstersten Ängste des menschlichen Geistes zu beleuchten. “Doppeltes Spiel” gelingt nichts davon…

Handlung
Nach dem brutalen Mord an seiner Freundin Georgie hat sich Sam nach Jahren der Trauer und der Angst ein neues Leben in Paris aufgebaut. Drei Jahre später glaubt er, die verstorbene Gergie in einem Film zu erkennen, was ihn dazu veranlasst, sein Leben in Paris aufzugeben und zurück in die USA zu reisen, um die Wahrheit herauszufinden. Mit Hilfe seines Freundes Kat und dem ehemaligen Bodyguard Ratty macht er sich auf Spurensuche – und stößt dabei auf ein dunkles Geheimnis!

Kritik
Nein, „Doppeltes Spiel“ ist kein weiterer Netflix-Thriller von der Stange – fühlt sich aber sehr danach an. Mit seiner hanebüchenen Story und der lieblosen Inszenierung hätte sich der US-amerikanische Thriller eigentlich perfekt in das doch sehr belanglose Thrillersortiment des Streamingdienstes eingefügt. Was sich nun stellt, ist die Frage nach der Daseinsberechtigung eines Films der außerhalb eines Abonements, bei dem man einen fixen Betrag absteckt, um das komplette Angebot ohne weitere Kosten zu nutzen, höchstens aufgrund seiner bekannten Hauptdarstellerin für Aufsehen sorgen dürfte. Aber was soll’s: Samara Weaving ist immerhin ein Argument!

Guter Gedanken – leider falsch! Wieso sich die sympathische Australierin nach Filmen wie „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ (2017), „The Babysitter“ (2017), „Ready or Not“ (2019) oder „Guns Akimbo“ (2019) dafür entscheiden hat, ausgerechnet für einen nichtssagenden Gernefilm wie „Dopppeltes Spiel“ mehrfach blank zu ziehen, hinterlässt dicke Fragezeichen! Abgesehen von der selbstzweckhaften Zurschaustellung seiner nackten Hauptfigur scheint der psychologische Thriller grundsätzlich wenige mit seinen Ideen anzufangen. Statt aus der vielversprechenden Prämisse einen verzwickten Mindfuck und / oder fiesen Stalkerfilm zu basteln, entscheidet sich die Regiebrüder Colin und James Krisel für einen generischen Kriminal-Plot ohne Suspense und Spannung. Von der mangelhaften Figurenzeichnung und den unglaubwürdigen Beweggründen der Charaktere ganz zu schweigen.

Fazit
Ein maues Psychospielchen!
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