Wenn der Fleischersatz plötzlich Mensch ist
Achtung, diese Rezension kann Spuren von schlechten Wortspielen enthalten! Es wäre eine Schande, das große Dad-Joke-Potential, das die Thematik von „Veganer schmecken besser“ mit sich bringt, nicht auszuschöpfen, schließlich beißen hier Veganer ins Gras – und das nicht nur beim Mittagessen. Die französische Horrorkomödie serviert ihre Kannibalen-Prämisse dabei so bewusst geschmacklos, dass man die eine oder andere platte Pointe fast schon wieder verzeihen möchte. Fast. Denn wo Menschenfleisch über die Ladentheke geht, liegt der Kalauer natürlich direkt neben der Wursttheke.

Sophie und Vincent betreiben eine Metzgerei, doch die Geschäfte laufen schlecht und auch ihre Ehe hängt längst in der Kühlkammer. Als Vincent nach einem Zwischenfall versehentlich einen militanten Veganer tötet, entscheidet er sich für eine sehr pragmatische Form der Beweisbeseitigung: Die Leiche landet in der Verarbeitung. Dummerweise verkauft Sophie das fertige Fleisch an die Kundschaft, bevor sie weiß, was da wirklich in der Auslage liegt. Der neue „Spezialschinken“ wird zum Verkaufsschlager, die Metzgerei erlebt plötzlich einen zweiten Frühling, und aus einem Unfall wird ein Geschäftsmodell. Also muss Nachschub her – bevorzugt aus der veganen Szene.

Schwarzer Humor aus der Kühltheke
Die französische Antwort auf die schwarzhumorige Komödie „Dänische Delikatessen“ verzettelt sich zwar oft in flachen Schenkelklopfern, macht im Großen und Ganzen trotzdem ziemlich viel Spaß und teilt dabei auch genügend in Richtung passionierter Fleischfresser aus, um nicht zur einseitigen Anti-Vegan-Propaganda zu verkommen. Hier kriegt jeder sein Fett weg. Das ist nicht besonders fein, nicht immer treffsicher und sicher kein Meisterstück satirischer Schärfe, aber der Film besitzt genug Boshaftigkeit, um seine simple Grundidee über die kurze Laufzeit zu tragen. Gerade wenn Sophie und Vincent ihre moralische Verrohung mit erschreckender Selbstverständlichkeit in den Alltag integrieren, funktioniert der makabre Witz am besten.

Freunde des schwarzen Humors aufgepasst! „Veganer schmecken besser“ bietet jede Menge politische Unkorrektheit mit Augenzwinkern und ist dabei oft gezielt geschmacklos – wie ein veganes Schnitzel. Auch wenn die satirische Kannibalen-Komödie kein Gag-Feuerwerk abliefert – dafür sind einige Pointen einfach zu doof – bietet sie doch kurzweilige Unterhaltung. Gerade der trockene Humor und die spaßigen Kills wissen zu gefallen und machen „Veganer schmecken besser“ zu einem soliden Snack für zwischendurch. Bitte verzeiht die geistlosen Wortspiele, ich will wirklich keinen Beef – wie Veg…!

Fazit
„Veganer schmecken besser“ ist eine bewusst geschmacklose Kannibalen-Komödie mit schwarzem Humor, ein paar doofen Wortspielen und genug böser Energie für zwischendurch. Nicht jeder Gag sitzt, doch als makabrer Snack für Freunde fleischiger Satire funktioniert der Film ordentlich.

