| Titel | Alkhallat+: The Series |
| Genre | Komödie |
| Jahr | 2026 |
| FSK | 16 |
| Creator | Ali Kalthami, Mohammed Algarawi |
Starttermin: 02.04.2026 | Netflix
Der defekte Küchenmixer der Erzählkunst
Seit jeher ist die Anthologie das Schweizer Taschenmesser des Storytellings: kompakt, vielseitig und ideal, um in kurzer Zeit große Welten zu skizzieren. Doch was passiert, wenn das Messer stumpf ist und auch die anderen Werkzeuge irgendwie ins Leere greifen? Dann landet man bei der saudi-arabischen Netflix-Produktion „Alkhallat+: The Series“, die uns einmal mehr beweist, dass mehr Inhalt nicht zwangsläufig mehr Substanz bedeutet. Was als cleverer Mix aus Genre-Experimenten verkauft wird – als direkte Nachfolge des 2022 erschienen Anthologiefilms „Alkhallat+“ –, entpuppt sich als dramaturgische Sackgasse, die die Zuschauerschaft mit der Frage zurücklässt, ob hier überhaupt jemand am Steuer saß.

Dabei ist der Name eigentlich Programm: „Alkhallat“ bedeutet im Arabischen schlicht „Mixer“. Doch statt eines schmackhaften Cocktails aus Mystery, Slapstick und Alltagsbeobachtungen – so nämlich lassen es die Inhaltsangaben der einzelnen Episoden vermuteten – serviert uns „Alkhallat+: The Series“ eine ungenießbare Emulsion, die sich weigert, eine klare Form anzunehmen. Es ist ein narratives Schleudertrauma, das zwischen surrealen Momenten und banalem Klamauk hin- und hergeworfen wird, ohne jemals einen Rhythmus zu finden.

Ein erzählerisches Vakuum im Leerlauf
Bereits der Auftakt entlarvt die Hilflosigkeit der Inszenierung: Ein 17-Jähriger soll seinem Vater auf einer berüchtigten Straße seine Männlichkeit beweisen. Die Übernachtung an einer verlassenen Raststätte atmet anfangs eine surreale, fast geheimnisvolle Spannung – „The Twilight Zone“ lässt grüßen – doch das Potenzial verpufft schneller, als man Rod Serling sagen kann. Nichts wird konsequent zu Ende gedacht. Atmosphäre über Bord geworfen – und die Tonalität beginnt derart ziellos zu schwanken, dass das unspektakuläre Finale nicht wie ein Punkt, sondern wie ein frustriertes Ausrufezeichen hinter einer vergebenen Chance wirkt. Dieses Muster der Belanglosigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch alle vier Episoden von „Alkhallat+: The Series“, die gar nicht erst versuchen, Fahrt aufzunehmen. In „Laufsteg-Randale“ flüchtet sich die Erzählung in infantilen Slapstick rund um einen unfähigen Wachmann, während „Mars-Rennen“ als kläglicher Versuch einer Mediensatire über eine gefakte Marslandung in seine Einzelteile zerfällt. Selbst das Finale „Zungenknoten “ bemüht noch einmal mystische Untertöne, nur um Sekunden später wieder knietief im Banalen zu versinken. Es ist eine Aneinanderreihung von bizarren Momenten, die weder Spannung erzeugen noch den Humor treffen.

Fazit
„Alkhallat+: The Series“ ist das perfekte Beispiel für ein Projekt, das zwar alles zusammenwirft, aber vergisst, den Deckel auf den Mixer zu setzen.


