| Titel | Scream 7 |
| Genre | Horror |
| Jahr | 2026 |
| FSK | 16 |
| Regie | Kevin Williamson |
Kinostart: 26.02.2026
Back to the Roots: Der Schöpfer übernimmt das Ruder
Mit der Wiederbelebung des „Scream“-Franchises im Jahr 2022 jagte eine negative Schlagzeile die nächste. Zunächst wurde Neve Campbell keine angemessene Gage angeboten, weshalb „Scream VI“ ohne das ikonische Final Girl Sidney Prescott auskommen musste. Kurz darauf wurde das neue Aushängeschild der Reihe, Melissa Barrera („Mein Monster – Ungeheuer verliebt“), nach zwei Filmen von Spyglass aufgrund ihres Aktivismus im Zusammenhang mit dem Genozid in Palästina entlassen. Ein Skandal, der eine Kettenreaktion auslöste: Jenna Ortega („Wednesday“) verließ ebenfalls das Cast, der ursprünglich vorgesehene Regisseur Christopher Landon („Drop – Tödliches Date“) zog sich nach Drohungen zurück und Fans weltweit riefen zum Boykott auf.

Am Ende jedoch war der kommerzielle Erfolg der letzten Teile wohl zu groß, um Ghostface endgültig zu Grabe zu tragen. Kevin Williamson, Autor des Originals, kehrte zurück und übernahm erstmals in der Geschichte des Franchises auch die Regie. Und nach erneuten Verhandlungen konnte schließlich auch Neve Campbell zurückgewonnen werden, die wieder in die Rolle der Sidney schlüpft. In „Screamn 7″ hat Sidney Woodsboro hinter sich gelassen und führt mit ihrer Familie ein ruhiges Leben in Pine Grove. Doch die Idylle zerbricht, als erneut ein maskierter Killer auftaucht. Dieses Mal hat es Ghostface nicht nur auf Sidney abgesehen, sondern auch auf ihre Tochter Tatum (Isabel May), die in genau dem Alter ist, in dem für ihre Mutter einst alles begann.

Vom Final Girl zum Mamabär: Sidney Prescott greift zur Waffe, um ihre Familie zu schützen
Für einen Film, den so viele Kontroversen umgeben, bleibt das Endprodukt erstaunlich bodenständig. „Scream 7″ feiert die Rückkehr von Final Girl Sidney Prescott und beleuchtet ihren Weg aus dem Trauma hinein in ein scheinbar glückliches Familienleben. Wie macht man weiter, wenn das eigene Leben von so viel Tod gezeichnet ist? Wenn die ganze Welt einen mit den schlimmsten Momenten der eigenen Vergangenheit verbindet? Wie gründet man mit diesem Ballast eine Familie und vor allem: Wie geht man innerhalb dieser Familie mit dieser blutigen Geschichte um? Williamsons Sequel ist am stärksten, wenn es sich genau diesen Fragen widmet und Sidneys anhaltendes Trauma ernsthaft aufarbeitet. Besonders die zwischenmenschlichen Momente stechen hervor: wie sich die Vergangenheit auf die Beziehung zu ihrer ältesten Tochter Tatum auswirkt, wunderbar gespielt von Isabel May, oder die über Jahre gereifte Freundschaft zu Gale Weathers, aus der einige der rührendsten Szenen des Films entstehen. Fast könnte man sagen, Ghostface wäre gar nicht mehr nötig. Ein reines Drama über diesen Aspekt hätte durchaus funktioniert. Doch im Kern bleibt „Scream“ ein Slasher und auch hier liefert Williamson solide ab. Die Verfolgungssequenzen sind spannend inszeniert, einige Morde gehören zu den intensivsten, kreativsten und brutalsten des gesamten Franchises.

Auch wenn, zugegeben, manche Effekte etwas zu CGI-lastig wirken. Ungewöhnlich für eine Reihe, die normalerweise stark auf praktische Effekte setzt. Und natürlich wäre es kein „Scream“, wenn das Blutbad nicht immer wieder von pointierten, humorvollen Dialogen aufgelockert würde. Tatsächlich ist „Scream 7″ so witzig wie lange nicht mehr, ohne dabei seine bedrohliche Grundstimmung einzubüßen. Ganz rund läuft dennoch nicht alles unter Williamsons Regie. Visuell scheint man ein nostalgisches Kleinstadt-Herbst-Feeling anstreben zu wollen, ähnlich wie im Original. Doch vieles wirkt zu glatt, zu modern, beinahe steril. Ein Problem, das zahlreiche aktuelle Produktionen plagt. Als hätte Hollywood plötzlich Angst vor kräftigen Farben bekommen. Stellenweise erinnert das eher an die neueren „Halloween“-Filme als an „Scream“. Thematisch wagt das Sequel interessante Ansätze, überrascht punktuell und spielt gekonnt mit langjährigen Fan-Theorien, ohne sich völlig dem Fan-Service zu unterwerfen. Im Finale jedoch fällt der Film spürbar auseinander. Zwar macht vor allem eine überspitzte Performance sehr viel Spaß, doch Enthüllung und Motiv wirken derart random, dass man im ersten Moment kaum versteht, was eigentlich passiert. Hier hat man sich wortwörtlich einen an den Haaren herbeigezogenen Grund aus dem Arsch gezogen, um Sidney erneut ins Visier zu nehmen, statt ihr endlich Frieden zu gönnen.

Fazit
Auch nach dreißig Jahren hat Ghostface nichts von seiner Präsenz eingebüßt. Kevin Williamson beweist mit „Scream 7″, dass noch immer Leben im Franchise steckt, indem er blutige, innovative Mordszenen und bissigen Humor mit einer tiefgehenden Geschichte über Familie und das Überwinden von Trauma verbindet. Nur bei der glattgebügelten Netflix-Optik und dem absurden Killermotiv schwächelt das Sequel etwas, bleibt aber durchweg unterhaltsam.


