| Titel | Strip Law – Die Gesetze von Las Vegas |
| Genre | Komödie |
| Jahr | 2026 |
| FSK | 12 |
| Creator | Cullen Crawford |
Starttermin: 20.02.2026 | Netflix
Recht ist Ansichtssache: Willkommen in Sin City
Las Vegas ist das Mekka der schlechten Entscheidungen: Neonlicht-Exzess, billiger Fusel und die naive Hoffnung, das Haus am Ende doch zu schlagen. Aber hinter der glitzernden Fassade des Strips warten nicht nur Jackpots, sondern auch knallharte Realitäten, die so gar nicht in den Hochglanz-Prospekt passen wollen. Zwischen Buffet-Gutscheinen und zwielichtigen Hinterzimmern regieren nämlich nicht nur die Croupiers, sondern auch graue Aktenschränke, versäumte Fristen und das deprimierende Knistern von Polyester-Anzügen. Genau in dieser Lücke zwischen Show-Magie und Justiz-Tristesse siedelt Netflix seine animierte Comedy-Serie „Strip Law – Die Gesetze von Las Vegas“ an. Hier versucht der soziale Tiefflieger Lincoln Gumb (Adam Scott) verzweifelt, als Anwalt einen Fuß in die Tür zu kriegen. Sein Ticket aus der Bedeutungslosigkeit? Die exzentrische Magierin Sheila Flambé (Janelle James), die beweist, dass man Paragrafen in Sin City am besten mit einer ordentlichen Portion Pomp und Täuschung serviert.

In „Strip Law – Die Gesetze von Las Vegas“ steht der verklemmte Pflichtverteidiger Lincoln Gumb am Rande des Nervenzusammenbruchs, bis die hedonistische Magierin Sheila Flambé in sein Leben wirbelt. Das ungleiche Gespann spezialisiert sich fortan auf die absurdesten Rechtsfälle der Sin City und ersetzt trockene Paragrafen durch puren Showmanship. Während das Duo versucht, mit Täuschung zu gewinnen, ziehen im Hintergrund zwielichtige Gestalten wie Glem Blorchman (Stephen Root) und der einschüchternde Steve Nichols (Keith David) die Strippen. Ein bizarres Spektakel aus Neonlicht und Justiz-Chaos, in dem man im Gerichtssaal manchmal zaubern muss, um Recht zu bekommen.

Jackpot im Gerichtssaal – aber auch ein Gewinn für die Lachmuskeln?
Die Antwort lautet: Ja, aber man sollte auf einen „Dirty Martini“ aus Meta-Humor und visuellem ADHS vorbereitet sein. Die Netflix Original Serie spielt nicht nur in Vegas, sie übernimmt auch den Rhythmus der Stadt. Wo herkömmliche Justiz-Dramen auf mühsame Beweisaufnahme setzen, wirft „Strip Law – Die Gesetze von Las Vegas“ die Nebelmaschine des skurrilen Humors an und dekonstruiert die bürokratische Nüchternheit mit einer fast schon arroganten Leichtigkeit. Es ist diese konsequente Verweigerung von Ernsthaftigkeit, die das Format so erfrischend macht, während die visuelle Umsetzung als visuelles Äquivalent zu einem berauschenden Wochenendes im Caesars Palace funktioniert – Hangover inklusive. Wer indes eine lineare Geschichte oder gar realistische Rechtsberatung sucht, ist an der falschen Adresse. „Strip Law – Die Gesetze von Las Vegas“ kein „Better Call Saul“ mit Zeichentrick-Filter – wenngleich einer von Lincolns Vertrauten rein optisch deutliche parallelen zu Bob Odenkirks Kult-Anwalt aufwirft – , sondern eine anarchische Abrechnung mit dem amerikanischen Traum, verpackt in 22-minütige Dosen aus Chaos und Glitzer.

Es geht nicht darum, ob das Gesetz siegt, sondern ob die Show ausgefallen gut genug war, damit niemand merkt, dass die Beweise eigentlich hinter der schillernden Kulisse aus Ablenkung und Scheinwerferlicht pulverisiert wurden. So lässt sich Lincolns Erfolg, der im Grunde darauf fußt, rechtlichen Inhalt mit absurden Showgesten zu ersetzen, auch auf die aktuelle gesellschaftspolitische Paralyse der USA übertragen: In einem Land, in dem politische Debatten längst zu einem grellen Pay-per-View-Event verkommen sind, zählt nicht mehr die Validität des Arguments, sondern die maximale Lautstärke der Inszenierung. Am Ende ist „Strip Law – Die Gesetze von Las Vegas“ wie Las Vegas selbst: laut, ein bisschen geschmacklos und absolut süchtig machend. Ein glatter Durchmarsch für Netflix – solange man bereit ist, die Vernunft an der Garderobe abzugeben.

Fazit
„Strip Law“ ist wie ein Vollrausch in Vegas – laut, völlig drüber und am nächsten Tag hat man Kopfschmerzen. Wer Bock auf eine Serie hat, die das US-Rechtssystem einmal ordentlich durch den Fleischwolf dreht und zeigt, dass am Ende sowieso nur der gewinnt, der die krassere Show abzieht, ist hier genau richtig. Ein herrlich asozialer Spaß.
(Fazit nach zwei Episoden)


