| Titel | Misdirection: Rache sitzt tief |
| Genre | Thriller |
| Jahr | 2025 |
| FSK | 16 |
| Regie | Kevin Lewis |
Kinostart: 20.02.2026
Wenn Jäger zu Gejagten werden
Kevin Lewis ist zurück. Nach seinem eher mittelmäßigen Horrorfilm „Cursed“ und dem amüsanten Thriller „Willy’s Wonderland“, einer inoffiziellen, liebevollen Adaption von „Five Nights at Freddy’s“, die in gewissen Kreisen längst Kultstatus erreicht hat, widmet er sich mit „Misdirection“ dem Home Invasion Subgenre. Viel falsch machen kann man damit eigentlich nicht. Schon der Gedanke, im eigenen Zuhause mit einer Bedrohung konfrontiert zu werden, ist von Natur aus angsteinflößend.

In „Misdirection“ dreht Lewis den Spieß um und bewegt sich auf vertrautem Terrain von Filmen wie „Don’t Breathe“, in denen plötzlich die Einbrecher zu den Gejagten werden. Das Paar Sara Black (Olga Kurylenko) und Jason Wright (Oliver Trevena) plant nach einer Reihe von Raubzügen einen letzten großen Coup. Ihr Ziel ist David Blume (Frank Grillo), ein Mann, der im Geld schwimmt. Zunächst läuft alles nach Plan und die beiden verschaffen sich problemlos Zutritt zum Haus. Doch David kehrt früher zurück als erwartet und überrascht die Eindringlinge. Sara und Jason versuchen verzweifelt, einen Ausweg aus der Situation zu finden. Aber ist das wirklich nur ein unglücklicher Zufall?

Spannung auf Autopilot
„Misdirection“ ist das filmische Äquivalent zu einem Besuch bei McDonald’s. Es ist vertraut, schmeckt im ersten Moment ganz gut und sättigt kurzzeitig, hält aber nicht lange vor und hinterlässt schnell wieder Hunger. Ein Film, den die eigene Mutter auf Streaming entdeckt und begeistert weiterempfiehlt, weil er angeblich so spannend sei. Das ist er allerdings nur bedingt. Selbst der Verleih scheint wenig Vertrauen in das Drehbuch von Lacy McClory zu haben und spoilert mit dem Zusatztitel „Rache sitzt tief“ bereits einen der Twists. Wirklich ins Gewicht fällt das nicht, denn dass der Raub nicht das einzige Ziel der beiden Einbrecher ist, lässt sich ohnehin früh erahnen. Immerhin gelingt es McClory kurzzeitig, beim Warum eine falsche Fährte zu legen.

Ironischerweise ist diese angedeutete Alternative deutlich interessanter als die tatsächliche Auflösung des Überfalls. Damit sind die Überraschungen auch schon erschöpft. Statt echter Spannung stellt sich ein angenehmes Gefühl von Vertrautheit ein. Man schaut gerne zu, selbst wenn man genau weiß, wohin die Reise führt. Die Regie von Kevin Lewis ist solide und bekannte Gesichter wie die beiden Marvel-Stars Olga Kurylenko und Frank Grillohalten das schwächelnde Drehbuch mühelos über Wasser. Auch die knappe Laufzeit spielt dem Film in die Karten. Längen entstehen kaum und trotz aller Vorhersehbarkeit bleibt man dran. Seinen Schlusspunkt setzt „Misdirection“ mit einem Needledrop von „Way Down We Go“ von KALEO, einem viralen TikTok-Hit, der für die dramatische Szene seltsam deplatziert wirkt. Vor allem, weil sich die Zielgruppe des Films eher bei Müttern und Großmüttern verorten lässt als bei der scrollenden Gen Z.

Fazit
„Misdirection“ ist ein routinierter Home Invasion Thriller, der solide gespielt und inszeniert ist, aber kaum eigene Akzente setzt. Kurzzeitig unterhaltsam, insgesamt jedoch zu vorhersehbar, um wirklich hängen zu bleiben.



