The Astronaut: Kritik zum Film – Heimkehr mit dunklem Erbe

The Astronaut Film 2025
TitelThe Astronaut
Genre Sci-Fi, Thriller
Jahr2025
FSK12
RegieJess Varley

Heimkinostart: 15.01.2026

Die Leere des Alls im Glashaus

Große Science-Fiction beziehen ihre Spannung oftmals aus der Unausweichlichkeit des Unbekannten. Sie nutzen die Isolation des Weltraums oder steriler Forschungsstationen, um das Publikum in einen Zustand permanenter Paranoia zu versetzen. Dabei bildet die Logik des Schauplatzes – die hermetische Abriegelung, das strenge Protokoll – das narrative Fundament des Horrors. Bricht dieses Fundament weg, kollabiert das gesamte erzählerische Kartenhaus. Genau dieses Schicksal ereilt Jess Varleys „The Astronaut“, einem Film, der sich als psychologisches Kammerspiel tarnt, letztlich jedoch an seiner konstruierten Unplausibilität und einem eklatanten Mangel an Originalität zerbricht.

The Astronaut Film 2025
The Astronaut ©capelight pictures

In „The Astronaut“ kehrt die Astronautin Sam Walker (Kate Mara) als einzige Überlebende einer katastrophalen Mission zur Erde zurück. Ihre Kapsel wird im Atlantik geborgen. Anstatt Sam jedoch in eine streng gesicherte militärische Quarantäne zu überführen, wie es jeder rationalen Logik entsprechen würde, wird sie unter der Aufsicht ihres Adoptivvaters, General Harris (Laurence Fishburne), in ein luxuriöses, abgeschiedenes Glashaus einquartiert. Dort soll sie sich erholen, während man untersucht, was im All wirklich geschah. Sam spürt jedoch, dass sie nicht allein zurückgekehrt ist. Was als paranoides Szenario des Misstrauens angelegt ist, erzeugt bei der Zuschauerschaft weniger Beklemmung als konstantes Kopfschütteln.

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Unfreiwillige Komik schlägt Logik

Das größte Problem von Jess Varleys Genrefilm ist die konsequente Missachtung jeglicher innerer Plausibilität. Das US-Militär erscheint hier als erschreckend inkompetente Institution, die eine potenziell biologisch kontaminierte Rückkehrerin ausgerechnet in einem Designerhaus mit bodentiefen Glasfronten unterbringt. Wer einen Paranoia-Thriller erwartet, wird enttäuscht: Sam kann nahezu unbehelligt durch die umliegenden Wälder streifen, während die angebliche „Überwachung“ praktisch nicht existiert. Die Handlung verharrt dabei über weite Strecken im Stillstand. Während die erste Stunde hauptsächlich daraus besteht, dass Kate Mara mit schmerzverzerrtem Gesicht durch das Haus schleicht oder bedeutungsschwanger in Spiegel blickt, wartet man vergeblich auf eine Entwicklung, die über das Offensichtliche hinausgeht. Die Inszenierung verklammert sich an die sterile Ästhetik des Schauplatzes, versäumt es jedoch, die emotionale oder physische Bedrohung dramaturgisch nachvollziehbar zu steigern.

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The Astronaut ©capelight pictures

Ein weiteres zentrales Defizit sind die Dialoge. Das Drehbuch nutzt Gespräche nicht zur Vertiefung der Figuren, sondern reduziert sie auf plumpe Expositionsvehikel. Figuren erklären einander – und damit dem Publikum – Sachverhalte, die längst etabliert sind oder die sich wesentlich eleganter visuell hätten vermitteln lassen. Laurence Fishburne, einst ein Garant für Gravitas, wirkt in seiner Rolle als General Harris spürbar unterfordert und muss hölzerne, austauschbare Phrasen aufsagen, die keinerlei militärische Autorität oder emotionale Ambivalenz transportieren. Besonders schmerzhaft ist jedoch die vollkommene Vorhersehbarkeit. Wer mehr als einen Science-Fiction-Film gesehen hat, erkennt den vermeintlichen „großen Twist“ bereits nach wenigen Minuten. „The Astronaut“ inszeniert dieses offensichtliche Geheimnis jedoch mit einer quälenden Selbstgewissheit, die die zähe Erzählweise fast schon selbstgefällig erscheinen lässt. Wenn die Auflösung im letzten Drittel schließlich erfolgt, kippt die Handlung endgültig ins Absurde. Das Finale wirkt durch billige visuelle Effekte und eine überstürzte Abwicklung nahezu cartoonhaft und zerstört den letzten Rest des zuvor mühsam behaupteten Ernstes.

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The Astronaut ©capelight pictures

Fazit

„The Astronaut“ erweist sich als erzählerisches Vakuum, das durch Logiklücken, uninspirierte Dialoge und dramaturgische Stagnation jegliche Bodenhaftung verliert.

Bewertung: 1 von 5.
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