People We Meet On Vacation: Kritik zum Netflix Film – Wenn aus Urlaub Liebe wird

People We Meet On Vacation Netflix Film 2026
TitelPeople We Meet On Vacation
Genre Romanze
Jahr2025
FSK12
RegieBrett Haley

Starttermin: 09.02.2026 | Netflix

Eine filmische Havarie im All-Inclusive-Ressort der Belanglosigkeit

Der Urlaub ist die große Heilsversprechung unserer Zeit – eine zeitlich begrenzte Aussetzung der Realität. Wir entdecken das Unbekannte, kosten fremde Früchte und schließen Bündnisse mit Menschen, deren Namen wir im Herbstwind schon wieder vergessen haben. Man verliebt sich in die eigene Freiheit, doch die Tragik liegt in ihrer Endlichkeit. Sobald sich der Schlüssel im heimischen Schloss dreht, verpufft die Magie und der Alltag übernimmt. Nicht so in der Netflix Romanze „People We Meet on Vacation“. Hier wird eine flüchtige Urlaubsfreundschaft zur obsessiven jährlichen Pflichtübung erhoben – ein Feuer, das über ein Jahrzehnt mühsam am Glimmen gehalten wird, bis es sich, wie vom Algorithmus befohlen, in der vermeintlich wahren Liebe entlädt.

People We Meet On Vacation Netflix Film 2026
People We Meet On Vacation ©Netflix

Die Geschichte folgt – wie schon in Emily Henrys Roman, auf dem das Netflix Original basiert – dem klassischen „Friends-to-Lovers“-Schema. „People We Meet on Vacation“ erzählt von Poppy (Emily Bader), einer Reisejournalistin mit Hang zu grellen Outfits und forcierter Lebensfreude, und Alex (Tom Blyth), einem Mann mit der Ausstrahlung eines beigefarbenen Leinenhemdes, die eine gemeinsame Tradition pflegen: Ein gemeinsamer Trip pro Jahr. Zehn Jahre, zehn Reisen, ein großes Zerwürfnis und schließlich die unvermeidliche Reunion im Starkregen. Während die Kamera in Postkarten-Optik schwelgt, versucht das Drehbuch, die Distanz zwischen New York und Ohio als unüberbrückbares Hindernis zu inszenieren – dabei ist sie nur eine rhetorische Brücke um das melancholisch-kitsche Treiben auf Spielfilmlänge zu strecken.

Filmpodcast Netflix

Ein Trip zum Abgewöhnen

Leider ist diese Romanverfilmung kein erfrischender Sprung in den Pool, sondern gleicht eher einem Strandurlaub bei Dauerregen. „People We Meet on Vacation“ ist das cinematische Äquivalent zu einem All-Inclusive-Hotel, in dem pünktlich zum Check-in die Magen-Darm-Grippe grassiert; ein Wanderurlaub in den Anden mit gebrochenem Bein oder ein Ski-Trip in den Alpen während einer Hitzewelle. Aus Freunden werden Liebende, ohne dass jemals ein Funke springt. Der Prozess gleicht eher einer bürokratischen Abwicklung als einem emotionalen Erwachen. Er, monoton vorgetragen von Tom Blyth, ist von einer derartigen Statik beseelt, dass man ihn für einen Teil der Hotelmöblierung halten könnte, während sie – quirlig, chaotisch und slapstickartig von Emily Bader verkörpert –, in ihrer aufgesetzt-chaotischen und schlichtweg nervigen Art eine Penetranz an den Tag legt, die einen instinktiv nach der Stummschaltetaste suchen lässt.

People We Meet On Vacation Netflix Film 2026
People We Meet On Vacation ©Netflix

Was „People We Meet on Vacation“ zudem vollständig abhanden kommt, ist jedes Gespür für Zeit und Raum. So stolpert der Plot von einer Kulisse zur nächsten, ohne dass eine echte Entwicklung der Figuren spürbar wird. Inhaltliche Kohärenz scheint egal zu sein, solange das Licht stimmt. Man nimmt den beiden weder die tiefe Freundschaft noch die plötzliche Leidenschaft ab, wenngleich das romantische Zueinandergehören von der ersten Szene an prominent in den Raum gestellt wird. Während sie sich in endlosen, pseudo-verspielten Dialogen verlieren, möchte man als zuschauende Person am liebsten genervt in den Bildschirm rufen: „Mein Gott, f*ckt doch einfach und erlöst uns, aber hört auf, mich mit dieser simulierten Melancholie zu belästigen!“ „People We Meet on Vacation“ ist am Ende genau wie Poppy selbst: verzweifelt bemüht, charmant und liebenswert zu wirken, dabei aber so anstrengend und substanzlos, wie man es sich nur vorstellen kann. Ein Urlaub, von dem man sich erst einmal erholen muss.

People We Meet On Vacation Netflix Film 2026
People We Meet On Vacation ©Netflix

Fazit

Ein cinematisch missglückter Pauschalurlaub: Zwischen Poppys manischer Aufdrehtheit und Alex’ hölzerner Leere herrscht absolute Flaute. Statt großer Gefühle gibt es nur sterile Langeweile – ein filmischer Trip, den man am liebsten sofort stornieren möchte.

Bewertung: 1 von 5.
Amazon Filme Blu-ray

Das könnte Dich auch interessieren!