| Titel | The Smashing Machine |
| Genre | Biopic, Drama |
| Jahr | 2025 |
| FSK | 12 |
| Regie | Benny Safdie |
Kinostart: 02.10.2025
Ein Biopic mit Schlagkraft, aber ohne Nachhall
Man kann von Dwayne Johnson halten, was man möchte, aber es ist unbestreitbar, dass er eine beeindruckende Karriere vorzuweisen hat. In den 90ern begann er als professioneller Wrestler und gilt bis heute als einer der besten aller Zeiten. Anfang der 2000er gab er sein Spielfilmdebüt im erfolgreichen Franchise-Hit „Die Mumie kehrt zurück“, aus dem das Spin-off „The Scorpion King“ mit ihm in der Hauptrolle hervorging. Dafür erhielt Johnson 5,5 Millionen Dollar und landete direkt im Guinness-Buch der Rekorde, für die höchste Gage eines Hauptdarstellers bei seinem Debüt. Auch wenn er von Kritikern immer wieder gelobt wurde, blieb er in der öffentlichen Wahrnehmung lange der belächelte Actionstar.

Ob „Fast & The Furious“, „Jumanji“ oder „Black Adam“ – wirkliche Vielseitigkeit zeigte Johnson in seinen größeren Rollen selten. Das soll sich nun mit „The Smashing Machine“ von „Uncut Gems“-Regisseur Benny Safdie ändern. Das Biopic erzählt die Geschichte des talentierten MMA-Kämpfers Mark Kerr (Dwayne Johnson) und die Hürden seiner Karriere. Sein Perfektionismus und die obsessive Fixierung auf den Erhalt seiner Siegessträhne führen Kerr an dunkle Orte, von Drogenmissbrauch bis hin zu Problemen mit seiner Ehefrau Dawn Staples (Emily Blunt), und kosten ihn beinahe alles.

Ein KO auf emotionaler Ebene
Nach einer Reihe simpler Actionfilme will es Dwayne Johnson wissen und versucht sich an einer deutlich komplexeren Rolle, die dem ehemaligen Wrestler wie auf den Leib geschrieben scheint. Mit seiner optischen Transformation und dem Fokus auf das zerrissene Innenleben seines Charakters zielt Johnson gezielt auf eine Oscar-Nominierung ab, sollte sich dabei aber keine allzu großen Hoffnungen machen. Wenn A24 schon mit dem deutlich stärkeren „The Iron Claw“ leer ausging, bestehen für „The Smashing Machine“ praktisch keine Chancen. Während Wrestling im erstgenannten Film lediglich als Hintergrund für eine tragische Familiengeschichte fungierte, wirkt der von Benny Safdie inszenierte Film auffallend steril und fast schon zu technisch. Es fehlt an emotionalem Gewicht (pun intended).

Auch wenn Johnson eine solide Leistung abliefert und beweist, dass er mehr kann als den coolen Actionhelden zu geben, geht er in seinem eigenen Film seltsam unter und wird von den Nebendarstellern überstrahlt, allen voran Emily Blunt. Als loyale Ehefrau spielt sie ihn sowohl in subtilen Momenten als auch in emotional aufbrausenden Szenen mühelos an die Wand. Besonders eine Szene, ein eskalierender Streit zwischen den beiden, verdeutlicht diesen Kontrast und gehört zu den wenigen Momenten, die im Gedächtnis bleiben. Ansonsten plätschert Safdies Biopic über den MMA-Kämpfer Mark Kerr eher vor sich hin und kämpft mit einem altbekannten Genreproblem. Der Film hetzt durch Lebensereignisse, geht weder auf die Höhen noch vor allem auf die Tiefen seines Protagonisten präzise genug ein und lässt dem Publikum damit kaum Raum zum Mitfühlen. So geht „The Smashing Machine“ auf emotionaler Ebene schnell k. o.

Fazit
„The Smashing Machine“ ist der ambitionierte Versuch, Dwayne Johnson aus seiner Komfortzone zu befreien, scheitert jedoch an emotionaler Distanz und einem zu sterilen Zugriff auf eine eigentlich zutiefst tragische Figur. Trotz solider Leistungen, allen voran von Emily Blunt, bleibt das Biopic seltsam leblos und lässt das menschliche Drama hinter dem Kämpfer nie wirklich spürbar werden.



