Baby Blue – Im Visier des Killers: Kritik zum Film – Ein übernatürlicher Slasher

Baby Blue Film 2023
TitelBaby Blue – Im Visier des Killers
Genre Horror, Thriller
Jahr2023
FSK18
RegieAdam Mason

Heimkinostart: 28.11.2025

Du klickst True Crime aus Neugier. Baby Blue klickt zurück

Die Faszination für True Crime gerät immer wieder in die Kritik und wird von vielen als ausbeutend und geschmacklos empfunden. Ein perfektes Thema für einen Horrorfilm, dachte sich der britische Regisseur Adam Mason, und liefert mit „Baby Blue – Im Visier des Killers“ einen Genrefilm für die Social Media-Generation. Die bisherigen Projekte des 50-Jährigen kamen beim Publikum allerdings eher durchwachsen an. „Hangman – Welcome Home“ landet regelmäßig in trashigen DVD-Boxen, der Corona-Film „Songbird“ fiel bei Publikum und Kritikern komplett durch, und auch seine zwei Episoden der Horrorserie „Into the Dark“ sorgten nur für gemischte Reaktionen.

Baby Blue Film 2023
Baby Blue ©Lighthouse Home Entertainment

Ob sich „Baby Blue – Im Visier des Killers“ besser schlagen kann? Eine interessante Ausgangslage bietet der Horrorstreifen allemal: Nachdem sie von ihrer Agentur gekündigt werden, suchen vier Influencer nach neuen Ideen für ihren Content, um genügend Klicks zu generieren. Dabei stoßen sie auf die düstere Legende von Baby Blue (Anthony Turpel), dem jüngsten Serienkiller aller Zeiten, der sich nach seinem letzten Blutbad vor laufender Kamera das Leben genommen hat. Jeder, der das Video gesehen hat, hat sich anschließend auf mysteriöse Weise das Leben genommen. Ein Teil der Gruppe glaubt nicht an den Spuk und riskiert einen Blick – mit verheerenden Folgen.

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Was passiert, wenn True Crime nicht mehr nur Content ist?

Horrorfans fühlen sich wohl mit dem Makaberen, dem Düsteren, den dunkelsten Ecken der menschlichen Psyche. True Crime geht noch einen Schritt weiter. Viele schauen es zum Einschlafen oder hören es nebenbei beim Wäsche machen: wahre Geschichten über den schlimmsten und letzten Moment eines Menschen. Dokus, Serien und Filme über echte Serienkiller und ihre Opfer werden zur Unterhaltung für tausende Menschen. Online kursieren Videos von tatsächlichen Verbrechen, die aus morbider Neugier millionenfach geklickt werden, oft ohne einen einzigen Gedanken an die Familien der Opfer oder mögliche Überlebende, die immer wieder mit dem realen Horror konfrontiert werden. Regisseur Adam Mason greift dieses Thema in seinem Horrorstreifen „Baby Blue“ auf und verfolgt dabei eine ambitionierte Herangehensweise, wenn auch nicht immer mit der nötigen Geschicklichkeit oder Tiefe. Anthony Turpel spielt den titelgebenden Serienkiller mit viel Charme und Coolness, wodurch er dem Publikum einen Spiegel vorhält.

Baby Blue Film 2023
Baby Blue ©Lighthouse Home Entertainment

Denn auch wenn Turpel dabei stellenweise wie eine Karikatur wirkt und an ein simples Halloween-Kostüm erinnert, zeigt er dennoch eine ungemütliche Wahrheit: Serienkiller werden immer wieder glorifiziert und beinahe wie Kunstfiguren verehrt. In „Baby Blue“ wird diese Faszination für eine Gruppe junger Influencer tödlich. Leider verliert sich Mason in der zweiten Hälfte in einer wirren Besessenheitsgeschichte, deren Regeln nie ganz klar werden. Auch tonal kann er sich irgendwann nicht mehr entscheiden, in welche Richtung er seinen Horrorfilm führen möchte. So entsteht ein Chaos, das eigentlich mit vielversprechenden Ansätzen begann. Die erste Hälfte ist atmosphärisch, teilweise fast schon unangenehm, die Effekte sind blutig, und die Geräusche, das lauernde Grauen sowie der unheimliche Titelsong sorgen für Gänsehaut. Da werden Erinnerungen an Filme wie „Last Shift“ wach. Danach wird der Film unpassend komödiantisch, Baby Blue verliert seine bedrohliche Ausstrahlung, und August, einer der Hauptcharaktere, wird zunehmend zur Belastung für die Nerven.

Baby Blue Film 2023
Baby Blue ©Lighthouse Home Entertainment

Fazit

„Baby Blue – Im Visier des Killers“ setzt bei der allgegenwärtigen True Crime-Faszination an und präsentiert eine Idee, die gerade deshalb so unbehaglich wirkt. Der Film zeigt, wie schnell aus morbider Neugier echter Horror werden kann, bleibt jedoch in seiner zweiten Hälfte hinter diesem Ansatz zurück. Trotz eines starken Auftakts und eines überzeugenden Anthony Turpel verliert sich der Film zunehmend in einer unausgereiften Besessenheitsgeschichte und einem tonalen Durcheinander.

Bewertung: 2.5 von 5.
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