| Titel | Eenie Meanie |
| Genre | Thriller, Komödie |
| Jahr | 2025 |
| FSK | 16 |
| Regie | Shawn Simmons |
Starttermin: 22.08.2025| Disney+
Wenn „Baby Driver“ auf Tarantino trifft
Mit „Eenie Meanie“ versucht sich Regisseur Shawn Simmons an einem hybriden Mix aus Heist-Thriller und stilisiertem Pulp-Kino, der gleichermaßen temporeich wie cool sein will. Schon die ersten Minuten lassen keinen Zweifel daran, dass hier große Vorbilder im Rückspiegel auftauchen. Der „Eenie Meanie“ wäre gerne ein zweiter „Baby Driver“ – stylisch, rhythmisch, getrieben von Coolness und kinetischer Energie. Und er träumt von Tarantino – von lakonischen Dialogen, Pulp-Attitüde und der Lust am Zitat. Zwei mächtige Bezugspunkte, die mehr versprechen, als sie einlösen können – oder vielleicht doch? Zwischen Nachahmung und Eigenständigkeit entscheidet sich, ob „Eenie Meanie“ mehr ist als ein Echo seiner Vorbilder.

Und darum geht es…
Edie (Samara Weaving) hat ihr kriminelles Leben hinter sich gelassen und lebt zurückgezogen, ganz auf Ruhe und Abstand bedacht. Doch diese Ruhe währt nicht lange: Ihr Ex-Freund John (Karl Glusman) gerät in Schwierigkeiten, und ehe sie sich versieht, wird Edie wieder in den Strudel von Chaos und Gefahr gezogen. Ihr früherer Auftraggeber Nico (Andy García) engagiert sie, John zu retten, und schon bald befindet sie sich mitten in einem riskanten Heist. Ziel des Coups ist gestohlenes Pokergeld – ein Einsatz, der nicht nur cleveres Kalkül, sondern auch Nerven aus Stahl verlangt, während sich Loyalitäten, Intrigen und alte Verstrickungen zunehmend verdichten.

Vom Kickstart zum Motorschaden
„Eenie Meanie“ beginnt mit einem Kickstart. Regisseur Shawn Simmons lässt den Motor schon in den ersten Szenen aufheulen und setzt damit eine dramaturgische Kettenreaktion in Gang, die das Publikum sofort in den Sog der Geschichte zieht – ein vielversprechender Auftakt, der Lust macht auf mehr. Die Actionsequenzen sind clever geschnitten, der Look stylish, das Tempo stimmt – doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto klarer wird: die Handlung kann das hohe Tempo nicht halten und noch bevor „Eenie Meanie“ der Sprit ausgeht, steigt Qual aus dem Kühlergrill. Diagnose: Motorschaden – auf dramaturgischer Ebene. Was als frecher kleiner Thriller mit lakonischem Duktus und schweißtreibender Inszenierung beginnt, fristet fortan ein tristes Dasein zwischen unglaubwürdigen Rührseligkeiten und dinnormgeeichtem Heist-Protokoll.

Wieso die geradlinige Geschichte von „Eenie Meanie“ unbedingt, um eine derart schemenhafte Romanze erweitert werden muss, bleibt dabei ebenso schleierhaft, wie die Entscheidung plötzlich komplett in die Eisen zu steigen und das Tempo um ein Vielfaches herunterzudrosseln. Vom anfänglichen Charme bleibt so kaum etwas übrig – stattdessen drängt sich zunehmend der Eindruck auf, dass hier mit aller Kraft eine emotionale Tiefe erzwungen werden soll, die das Material schlicht nicht hergibt. So zerfasert „Eenie Meanie“ zunehmend in seine Einzelteile, die weder zusammenpassen noch für sich genommen wirklich tragen. Dagegen kann selbst die gewohnt taff auftretende Samara Weaving („Azrael“) wenig ausrichten.

Fazit
Samara Weaving drückt das Gaspedal durch das Bodenblech – zumindest solange, bis „Eenie Meanie“ nach einem verheißungsvollen Auftakt zwischen uninspiriert Love-Story und bekannten Heist-Elementen liegen bleibt!


